Google Docs als vollwertiges Office-Programm?

Published by Philipp Schuster on

Google Docs - Textdokumente

Update April 2015

Hier findet ihr einen aktuellen Artikel aus dem April 2015 über Google Docs: Leitfaden für Google Docs

Ich bin nun schon seit mindestens anderthalb Jahren ein intensiver Nutzer von Google Docs und verwende sonst auch nichts anderes (zuvor Open Office). Was gefällt mir an Google Docs? Was ist der Vorteil? Gibt es Nachteile? Wie produktiv kann man damit arbeiten? Welche wichtigen Funktionen gibt es, oder viel wichtiger, gibt es nicht? Funktioniert es offline?
Dem möchte ich einmal auf den Grund gehen und versuchen den ein oder anderen Skeptiker von Google Docs zu überzeugen. Den gesamten Funktionsumfang kann ich hier unmöglich näher erläutern, denn er würde den Rahmen sprengen. Wer es genau wissen will, für den gilt: Probieren über Studieren!

Was ist Google Docs und warum nutze und liebe ich es so sehr?

Google Docs setzt auf Google Drive auf und ist das dortige Standard-Office-Programm, welches in jedem aktuellen Webbrowser läuft. Unterstützt werden Textdokumente, Tabellenkalkulation, Präsentationen, Formulare, Zeichnungen sowie Google Apps Scripts. Es läuft in der (Google) Cloud und man hat all seine Daten online mit seinem Google Konto synchronisiert. Die Synchronisation funktioniert zu dem in Echtzeit und ich kann z.B. das selbe Dokument am Chromebook und PC öffnen und schreibe auf dem Chromebook ein paar Zeilen und sehe sie drei Sekunden später am PC-Bildschirm. Oder ich bearbeite mit einem anderen Google-Nutzer gemeinsam ein Dokument, so sieht jeder in Echtzeit wo der Cursor des anderen ist und was er gerade verändert.

Wie bereits erwähnt bin ich bereits seit über anderthalb Jahren ein intensiver Nutzer und war direkt begeistert. Ich bin wie viele bereits wissen, oder erahnen können, ein ziemlicher Google-Fanboy und direkt optimistisch an die ganze Sache herangegangen … nun ja zurecht. Wie gesagt, ich war begeistert. Die Cloud ist das ausschlaggebende – ich habe überall meine Dokumente und kann sie überall problemlos, direkt & komfortabel bearbeiten. Ich brauche nur einen Webbrowser und Phip ist glücklich. 😉

Funktionsumfang

Google Docs – Textdokumente

Google Docs - Textdokumente

Google Docs – Textdokumente

Ich möchte hier gleich einmal mit einem meiner liebsten Features beginnen: den (online synchronisierten) Formatvorlagen. Diese werden, sofern einmal festgelegt, standardmäßig in jedes neue Textdokument geladen (in alten Dokumenten kann man sie ganz einfach nachladen). So habe ich jedes Dokument in einem ähnlichen Look was sich später im Akten-Ordner sehr gut macht. Gleiche Größen für gleichwertige Überschriften, zentrierter Titel und Untertitel, zudem ein Untertitel der leicht grau ist – so gefällt es mir uns so habe ich es in allen Textdokumenten.

Wie man sieht hat man Zugriff auf alle Standard-Formatierungsoptionen und Standard-Funktionen. Tabellen, Absätze, Listen, zudem Tabulatoren, Inhaltsverzeichnisse, einbinden von Bildern & Links, Gleichungen & Zeichnungen und viieeles mehr. Hier gilt probieren über studieren. Man hat im täglichen Gebrauch absolut keine Defizite gegenüber z.B. Open Office, ganz einfach weil Google Docs so leistungsstark ist. Ich wüsste nicht was man hier noch mehr möchte. Für höchst professionelle Zwecke ist es wahrscheinlich nicht so ganz das gelbe vom Ei, aber das ist eine andere Geschichte.
Für den Alltag absolut zu empfehlen! Wüsste nicht was einem fehlen sollte! Im Zweifelsfall einfach mal zwei bis drei Tage antesten, staunen & begeistert sein! 🙂

Tabellenkalkulation / Spreadsheets

Google Docs - Tabellenkalkulation

Google Docs – Tabellenkalkulation

Hier gibt es nichts besonderes zu erwähnen. Es ist einfach eine extrem flüssig laufende Tabellenkalkulation im Browser mit allen Standardfunktionen, der Fähigkeit Formeln handzuhaben, viele hübsche Diagrammvorlagen und so weiter.

Präsentationen / Slides

Die Google Docs Präsentationen / Slides haben mich wahnsinnig beeindruckt – so sehr, dass ich damals direkt die Google Drive Developer anschrieb und sie haben sich sichtlich über das “unglaublich positive” Feedback gefreut.
Endlich mal eine Software die dir standardmäßig 16:9 für Präsentationen anbietet und viele hübsche Formatvorlagen bietet – Open Office ist da z.B. unglaublich schlecht.

Ich finde es einfach absolut spitzenmäßig, dass man mit “S” im Präsentationsmodus das Notizen-Fenster heranholen kann. Dort hat man einen Überblick über alle Folien, wie lange die Präsentation schon läuft und – das Wichtigste – man sieht die Notizen zur jeweiligen Folie. Hier kann man sich z.B. zusätzliche Informationen vermerken, die nicht auf die Folie sollen. Dieses Notizenfenster schiebt man sich auf den eigenen Bildschirm (in meinem Fall mein Chromebook 😉 ) und das Fenster mit der Präsentation auf den zweiten Bildschirm / Beamer. Ich finde das einfach so Hammer! Das geht zwar auch bei Open Office, aber das hier ist wesentlich hübscher (alles ist hübscher als Open Office …) und vor allem läuft es nicht nativ, sondern mit modernen Web-Technologien. Einfach Klasse! Im folgenden Screenshot seht Ihr was ich meine (allerdings beides auf dem selben Bildschirm – man kann es natürlich wie bereits gesagt auf einen anderen Bildschirm am Präsentationsgerät verschieben)

Google Docs - Präsentationen

Google Docs – Präsentationen: Präsentationsmodus mit Notizenfenster

Man hat alle Funktionen die man von einer Präsentationssoftware erwartet. Auf genaueres muss hier nicht unbedingt eingegangen werden.

Sonstiges

Auf die Zeichnungen & Formulare gehe ich nicht genauer ein, da das alles ebenso selbsterklärend ist und keine weltbewegenden Funktionen beinhaltet – es macht einfach das was es soll und das macht es gut.

Ich würde gerne nochmal auf Google Apps Script zurückkommen. Das sind Dateien in denen man mit einer an JavaScript angelehnten Script-Sprache programmieren / skripten kann und auf Google Servern ausgeführt werden. Sie können außerdem in jedes Google Docs Dokument (Texte, Spreadsheets, …) integriert werden um gewisse Prozesse zu automatisieren (z.B. jedes mal wenn Zelle (x,y) beschrieben wird bekomme ich eine E-Mail. Das verlässt aber das Themengebiet dieses Artikels. Für Interessierte: Es lohnt sich unbedingt es mal anzuschauen! Ist eine tolle Sache!
developers.google.com/apps-script/

Man kann seine Google-Docs-Dokumente für andere Google-Nutzer freigeben (anhand der Gmail-Adresse), oder auch jedem verfügbar machen der den Link hat, oder sogar veröffentlichen für das gesamte Web. Für den vollen Funktionsumfang, ich sage es nochmal, gilt: Probieren geht über Studieren.

Es läuft doch im Browser … geht es offline?

Jeder der den Google Chrome Browser verwendet bzw. ein Chromebook kann seine Dokumente genauso offline bearbeiten. Hierfür braucht man nur die Google Drive App aus dem Chrome Web-Store und den Offline-Modus in den Google Drive Einstellungen im Web zu aktivieren. Im neusten Opera könnte es glaube ich auch gehen, da ich mal hörte dort sollen Chrome-Erweiterungen laufen. o.O

Fazit

Google Docs ist für mich ein vollwertiges Office-Programm. Google hat mich bei diesem Produkt wie immer voll überzeugt und ich möchte darauf nie mehr verzichten. Es macht alles einfacher und ich liebe es einfach. Ich hoffe ich konnte den ein oder anderen von euch überzeugen, dass Google Docs es wert ist intensiv genutzt zu werden, oder zumindest einmal einen gründlichen Test verdient hat. 🙂

Das schreit förmlich danach, dass ich demnächst noch was genaueres über Google Drive und die vielen Möglichkeiten + Apps schreibe. Mal schauen – seid gespannt! 😉


Philipp Schuster

Hi, I'm Philipp and interested in Computer Science. I especially like low level development, making ugly things nice, and de-mystify "low level magic".

5 Comments

tut nichts zur sache · 2014-01-19 at 20:13

sensible dokumente online bearbeiten (so dass diese für dritte verfügbar sind)? finde ich riskant.
grad im zuge der aktuellen ereignisse (nsa, datenschutzskandale) meiner meinung nach nicht empfehlenswert.
alles was du da schreibst kann mal gegen dich verwendet werden. und wer sagt dass in 30 jahren noch eine regierung an der macht ist, die demokratisch ist und die aktuellen menschenrechte achtet? regierungen greifen ja gern auf solche datenschätze zu

nur ein denkanstoß.

    phip1611 · 2014-01-19 at 20:25

    Naja hier muss man zunächst differenzieren. Ich schrieb “[…]Für den Alltag absolut zu empfehlen![…]” Ich weiß ja nicht was du tagtäglich für höchst sensible Dokumente bearbeitest, haha. 🙂 😉
    Also bei mir Präsentationen, Zusammenfassungen/Übersichten zu bestimmten Themengebieten und solche Sachen. 0815 Kram halt den man zu genüge auch im Internet findet. Nichts verdächtiges. Die geheimsten meiner geheimen Dokumente werden selbstverständlich auch nur offline bearbeitet.
    Außerdem, auch wenn es so klingt, hoffe ich mal, dass du nicht -wie quasi alle Leser von Spiegel.de- fundamentalistisch davon überzeugt bist, dass Google eine Behörde der US-Regierung sei. Absoluter Humbug. Ich traue keinem Unternehmen so sehr wie Google, da sich kein anderes so sehr für Datenschutz, Verschlüsselung und freies Internet einsetzt wie Google – jeder der sich etwas tiefer mit der Materie beschäftigt kann das so bestätigen. 🙂
    Und du musst schon zu geben, es ist einfach wahnsinnig komfortabel und “cool” z.B. online und in Echtzeit gemeinsam ein Dokument mit Freunden/Kollegen zu bearbeiten. Es kommt immer darauf an was man online macht.

    Glückwunsch, erster Kommentar in meinem Blog! Bekommst nen Keks! 😀 🙂

ich nochmal · 2014-01-20 at 14:05

Ich behaupte nicht dass google staatlich ist. Aber wenn wenn der staat zugriff fordert, kriegt er ihn. Wenn die entsprechenden gesetze bestehen oder rueckwirkend verabschiedet werden.
Sensibel ist schon die eigene meinung fuer die man in manchen laendern bestraft wird, wenn sie der regierung nicht passt (es wurden doch auch schon blogger verhaftet wegen kritischer beitraege).

Das ist in D bisher nicht so, aber niemand kann garantieren wer in 30 jahren hier das sagen hat. Und ich will nicht dass sich diese leute dann so detailliert ueber mich informieren koennen.

Das cloudservices und serverseitige apps praktisch sind, vor allem wenn mehrere leute an den gleichen dokumenten arbeiten stimmt natuerlich.

Aber bei google bin ich vorsichtig. Die sind ein marktwirtschaftliches unternehmen und nich und nicht ein gemeinnuetziger verein. Und die uebernahme dieser ruestungsfirma, dessen groesster auftraggeber das verteidigungsministerium der usa ist berechtigt dazu diesen konzern kritisch zu hinterfragen.

Also mir reicht mein open office 🙂

phip1611 · 2014-01-20 at 14:12

Naja, da gibt es auch wieder Leute die das genau andersherum sehen. Zum Beispiel kauft Google massiv Know How und hat mit dem Kauf der Rüstungsfirma -meiner Meinung nach- ein Zeichen dafür gesetzt Robotertechnik “sinnvoll” zu nutzen anstatt für kriegerische Zwecke. Dass das alles Spekulationen/Ahnungen (von allen Seiten) sind ist mir klar. Wer was glaubt muss jeder für sich selber entscheiden. 🙂

m3t4lukas · 2018-01-10 at 11:51

Versuche mal bitte mit Google Docs ein Literaturverzeichnis, unterschiedliche Page und Paragraph Styles und Römische Nummerierung. Außerdem ein Stichwortverzeichnis und Tabellen- sowie Abbildungsverzeichnisse. Und schon wird man merken: da fehlt noch einiges. Schon seit Jahren.

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