Der leider Standard gewordene Terror-Clickbait-Scheiß

Ich hasse Clickbait-Überschriften über alles und bei jedem Terroranschlag ist es der gleiche Mist. Sämtliche Medien übertreffen sich gegenseitig in reißerischen Überschriften, um Klicks zu generieren. Das Clickbait-Phänomen an sich ist jetzt nichts Neues der letzten zwei, drei Jahre, aber wie Clickbait-Medien bzw. 97% aller Medien damit umgehen, regt mich jedes mal aufs Neue auf.

Ich habe nicht mal unbedingt was gegen die ganzen Liveticker und sensationsgeile Informationsbeschaffung, was mich aber wütend macht ist die Aufarbeitung auf den Webseiten und anderen Kanälen. Da sieht man stets das typische Phänomen, dass (pro Nachrichtenseite!) ein Dutzend Artikel zum gleichen Thema veröffentlicht werden, doch in jedem steht mehr oder weniger das Gleiche. Statt alles in zwei oder besten falls sogar nur einen Artikel zu packen, ist zum Beispiel die Spiegel Online-Seite immer von oben bis unten mit Überschriften in allen möglichen Formulierungen zum aktuellen Terroranschlag zugekleistert.

Und um nun zu dem Grund zu kommen, warum ich überhaupt diesen Artikel schreibe: „Bento“, ein unsägliches, katastrophales, kopf-tisch-feste „Magazin“ von Spiegel Online hat folgenden Artikel veröffentlicht: „Warum wird Großbritannien immer wieder Ziel von Anschlägen?“

Quintessenz des Artikels ist folgendes:

  • „… der dritte islamistische Angriff in Großbritannien innerhalb weniger Monate… „
  • „Großbritannien hat ein Problem mit „homegrown“ Islamisten“
  • „… Gemeint sind Bürger, die sich in einer eigentlich offenen Gesellschaft selbst radikalisieren – weil sie sich nicht als Teil der Mehrheit fühlen …“
  • „Viele Muslime in Großbritannien fühlen sich abgehängt […] [führt zu] Entfremdung, Frust, Wut“
  • „… Auch viele Mädchen und junge Frauen lassen sich begeistern… „
  • „… Und der IS weiß genau, wie er sie ansprechen muss …“
  • „… Außerdem gibt es Menschen, die in Großbritannien persönlich Werbung für den IS machen …“
  • „… Einige der Radikalisierten ziehen in den Krieg – und kommen dann zurück …“
  • „… Und Großbritannien weiß nicht, wie es zu Hause mit seinen Radikalen umgehen soll …“
  • und nun zum Schluss endlich: „… Großbritannien kämpft mit ähnlichen Schwierigkeiten wie andere europäische Länder …“ (Ja ach wirklich??)
  • „… Politik und Gesellschaft haben versäumt, junge Muslime besser zu integrieren und ihnen echte Chancen zu bieten. …“

Damit möchte ich nicht darauf hinaus, dass hier kompletter Blödsinn geschrieben wurde. Was mich aber aufregt ist, dass das nur „leere“ Floskeln sind, die für so ziemliches jedes Land der Erde gelten, das irgendwann leider auch mal von Anschlägen islamistischer Natur heimgesucht wurde.

Zum Problem gehören zwei Seiten, Leser und Redaktion. Es ist ein sozialpsychologisch komplett normales Verhalten sich Informationen und Erklärungen beschaffen zu wollen, doch wenn man, so meine Meinung, ein wenig rationaler an alles rangeht, kann man sich auch vorher schon denken, dass der Artikel keine Neuigkeiten zu Tage bringt und man sich die Zeitverschwendung und nicht zuletzt diese inhaltsleere, clickbait-verseuchte, erkenntnislose redaktionell-journalistische Kacke ersparen könnte.

Ich möchte die Menschen hinter Bento nicht persönlich angreifen und es geht mir auch nicht nur um Bento, ich möchte lediglich zum Nachdenken anregen. Bento ist Teil des Problems, nicht das Problem selbst. Das Problem ist, dass die Masse leider auf Clickbait abgeht wie scheiße und daher die Medienhäuser zwangsläufig und leider, leider mitziehen.

Anstatt mal ein Zeichen zu setzen und inhaltsvolle, clickbaitlose, ehrliche, erkenntnisbringende, bündige Artikel zu bringen, werden massig inhaltlose Artikel veröffentlicht.

Ist das alles was die Medien Qualitativ heute zu bieten haben? Um es nochmal zu bekräftigen, es geht hier (nicht in erster Linie) um die Art der Informationen, sondern um die flache, durch Clickbait-Elemente angereicherte Aufbereitung dieser.

PS: Allen Opfern und Angehörigen der kürzlichen Anschläge möchte ich hiermit mein Beileid und meine Anteilnahme aussprechen. #MakeLoveNotWar

PPS: Auf meinem Blog gibt es keine Clickbait-Überschriften und wird es auch nie geben. Bis auf ein oder zwei, bewusst gewählte und übertriebene Exemplare zum Testen.

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 20 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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