Was ist Google Firebase?

Mit dieser Frage habe ich mich vor einigen Wochen für einen Englisch-Vortrag in der Uni beschäftig. Da ich das recht interessant finde, viele Leser und ich Google-Fans sind und es nicht zuletzt ein cooles Produkt ist, möchte ich Google Firebase gerne einmal verständlich aufschlüsseln und euch erklären. Google Firebase wurde Mitte 2016 auf der Google I/O vorgestellt und es handelt sich hierbei um eine Plattform für Entwickler um mithilfe von Google Infrastruktur eigene Apps aufzubauen oder wenigstens zu erweitern. Das ist ein Schritt in Richtung Cloud Computing, da man, je nach Entscheidung des Entwickelers, mehr oder weniger Code auf Googles Server auslagern kann.

Google Firebase (Symbolbild)

Google Firebase ist mein Einstieg in „die Welt des Cloud Computings“ und des Auslagerns von eigenem Code auf nicht-eigene Server gewesen. Da man bei Cloud Computing aber zunächst an Begriffe, wie Google Cloud Platform, Amazon Web Services und Microsoft Azure denkt, versuche ich das hier, soweit ich das korrekt verstanden habe, vereinfacht darzustellen. Ich gebe zu, dass mich die Möglichkeiten von Google Firebase zunächst vollkommen erschlagen haben. Dabei ist das noch nicht mal einer der großen Big Player, wie Google Cloud Platform, AWS oder Azure. Kurz gesagt: Die Vielfältigkeit der angebotenen Dienstleistungen ist enorm und erschlägt einen und man braucht eine Menge Erfahrung beziehungsweise Einarbeitungszeit, bis man versteht, was da abgeht und möglich ist.

Kurz gesagt

Grob zusammengefasst kann man sagen, dass Google Firebase eine „kleine“ Plattform für den Einstieg in das Auslagern auf Google Server ist, dadurch vergleichsweise aber auch einfach. Firebase beschränkt sich darauf Entwicklern zu helfen einfache bis mittlere Apps zu entwickeln. Wer Machine Learning, Big Data oder andere höchst rechenintensive Dinge machen möchte, für den ist die Google Cloud Platform, AWS oder Azure die richtige Anlaufstelle. Daraus folgt auch, dass sich Firebase und Google Cloud Platform eben nicht gegenseitig ausschließen und keine Konkurrenzprodukte sind. Vielmehr können Entwickler die angebotenen Dienste kombinieren und durch Firebase einen Einstieg und ein Gefühl dafür bekommen. Google Firebase macht das alles greifbarer und einfacher zu nutzen.

Was bietet Firebase?

Es wird ein SDK (= Software Development Kit) in verschiedenen Programmiersprachen angeboten und die drei Hauptplatform iOS, Android und das Web unterstützt. Im Herz des Produktes steckt Firebase Analytics, ein unbegrenzter Analyse-Dienst, der im Gegensatz zu Google Analytics nur darauf fokussiert ist zu erfassen, wie Nutzer mit einer App interagieren. Mittels des SDK können Entwickler unglaublich einfach auf besondere Features, wie die Realtime Database oder Firebase Cloud Messaging zugreifen. Erstere kümmert sich darum zwischen den Geräten der Nutzer und dem Google Server ständig Daten zu synchronisieren. Die Synchronisation übernimmt das SDK, der Entwickler tauscht lediglich Daten über eine Schnittstelle aus.

Ähnlich ist es mit Firebase Cloud Messaging. Entwickler müssen keine eigene Infrastruktur aufbauen um Push-Benachrichtigungen an Browser oder Smartphones zu senden, da Firebase die Schnittstellen bereits alle bietet. Ein weiteres cooles Feature ist die Authentifizierungs-Schnittstelle. Nutzer können sich mit deiner App ganz einfach über Twitter, Facebook, Google oder klassische E-Mail-Passwort-Kombination authentifizieren, den Transport und die Speicherung der Daten übernimmt Google Firebase.

Die Zahl der Features alleine schon von Firebase ist zu groß um sie einerseits mal eben zu überblicken und andererseits vor allem um sie in einem Blogpost abzubilden. Die Liste findet ihr hier. Auch könnt ihr eigenen Content auf Google hosten, wie zum Beispiel eine moderne Web-App, die mit einem Frontend-Javascript-Framework wie angular oder React erstellt wurde. Standardmäßig werden diese Inhalte dann über eine Subdomain von firebaseapp.com ausgeliefert, wer Besitzer einer Domain ist und Zugriff auf die DNS-Einstellungen hat kann aber auch eine eigene Domain darauf mappen. Schaut euch zum Beispiel ein von mir programmiertes Beispiel an, das einen Chat darstellt.

Es gibt eine Webkonsole, über die der Entwickler Zugriff auf die Statistiken, die Realtime Database und zahlreiche andere Werte erhält. So sieht sie aus:
Screenshot Google Firebase Web Console
Entwickler die mit NPM vertraut sind können sich ein CLI darüber herunterladen. Wer mit Firebase starten möchte, sollte sich einfach durch die endlosen Dokumentationen lesen und durchkämpfen.

Was habe ich nun davon?

Das soll kein Tutorial für Entwickler sein. Einige Google+-Freunde von mir wollten gerne wissen, was Google Firebase ist. Die sind sicher nicht die einzigen, so kam es zu diesem Artikel. Nochmal zusammengefasst. Firebase ist eine Plattform für Entwickler, die euch „das viele Cloud Computing Zeug“ greifbarer macht und einen einfachen Einstieg bietet. Es gibt dennoch so irre viele Features, das es sehr abschreckend wird. Aber das ist noch tausendmal „besser“, als AWS oder Azure, die viel krassere Sachen bieten. Es ist definitiv interessant und bietet Entwicklern von Apps interessante Möglichkeiten.

Bei weiteren Fragen, fragt ruhig. Ich bin mir unsicher beim Spagat zwischen allgemeiner Verständlichkeit und fachlicher Tiefe die goldene Mitte getroffen zu haben.

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 20 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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