Meine Datenschutzphilosophie (warum ich auf Google setze)

In der Informatik-Fakultät habe ich viel Umgang mit Kommilitonen, die mit Internet und Datenschutz vertraut sind und feste Meinungen und Philosophien dazu hegen. Dabei ist mir eines aufgefallen. Und zwar, dass der Großteil der Leute vehemente AdBlock-, Do-Not-Track-, VPN- und Only-Self-Hosting-Nutzer sind. Das möchte ich auch gar nicht verurteilen, das ist schließlich deren Sache und ihr gutes Recht. Meine Ansicht ist in der Regel aber sehr konträr und daher möchte ich hier gerne einmal meine Philosophie vorstellen. Vielleicht hilft das euch ja auch euch zu entscheiden.

Meine Philosophie

Kurz zu mir: Ich speichere eigentlich alles in der Cloud, nutze keinen AdBlocker, pflege aktiv mehrere Social Media-Profile (Google, Facebook, Twitter, eigentlich alles was geht) und nutze für E-Mails ausschließlich G-Mail. Dabei verfolge ich folgende Zwecke: Die Anwendung die ich nutze soll ein gewisses Maß an schöner Optik, Funktionalität, Performance und nicht zuletzt Sicherheit bieten.

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Artikelvorschaubild: Google, Datenschutz, Sicherheit – bitte entschuldigt, ich bin leider kein guter Grafiker

Sicherheit und Datenschutz

Was ist Sicherheit für mich? Primär, dass nicht jeder Hinz und Kunz an meine Daten kommt und auch nicht jemand, der mehr Ahnung von dem hat was er tut, als ich. Genau diese Sicherheit finde ich zum Beispiel bei Google Drive. Bei Google (und Microsoft, Facebook, …) arbeiten welche der besten Angestellten der Welt in ihrem jeweiligen Fachgebiet und wissen genau, was sie tun und was sie zu tun haben. Diese Wissen genau, wie sichere Server, Erkennung und Abwehr von Angriffen und generelle Serverstabilität und -verfügbarkeit umzusetzen sind. Es ist ihr Job und sie machen das den ganzen Tag. Nicht zuletzt ist mein Google Account durch einen Zwei-Schritt-Login geschützt, das Passwort alleine genügt nicht.

Das Problem

Wie soll ich mit einer selbstgehosteten Owncloud-Installation auf einem Raspberry Pi nur ansatzweise soviel Sicherheit (und Verfügbarkeit) für meine Dateien erreichen können, wie Google auf seinen Servern? Alleine in der Informatik-Fakultät gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit mindestens drei Leute, die mit relativ geringem Aufwand eine Standard-Owncloud-Installation auf einem Raspberry Pi infiltrieren können. Ganz abzusehen von den Tausenden Hackern und fähigen Informatikern, die es da draußen so gibt.

Behörden

Bei großen Anbietern ist es natürlich für Behörden einfacher, vorausgesetzt ein richterlicher Beschluss liegt vor, auf meine Daten zuzugreifen. Hier vertraue ich aber einerseits auf die Rechtsabteilungen von Google und Co. (die Firmen haben auch ein Interesse daran die Daten nur selbst zu verwalten, und nicht mit der Regierung zu teilen 😉) und andererseits habe ich keine, nach meiner Definition, höchst sensitiven Daten in der Cloud. Die werden wenn dann ordentlich und zusätzlich verschlüsselt in die Cloud geladen oder komplett offline gehalten. Die sind dann zu Hause unter meiner Matratze, da findet sie niemand. Ups!

Google

Auch halte ich nichts von der ganzen „Aber Google verkauft deine Daten!“-Häme. Ich glaube tatsächlich Google, sowie andere Firmen, haben ein ernsthaftes Interesse die Kunden nicht zu vergraulen. Wo ich aber zustimme: Es trägt zur Attraktivität des gesamten Angebotes bei und wer auf Google Drive setzt wird auch weitere Google Dienste nutzen, wodurch wiederum Umsatz generiert wird.

Schlusswort

Wenn ihr eine andere Meinung dazu habt, habe ich überhaupt kein Problem damit. Ich kann nur die ganzen „Google ist böse!“-Sprüche wirklich nicht mehr hören. Google bietet solide Lösungen, die hervorragend umgesetzt sind und eine meiner Meinung solide Sicherheit bilden.

Wenn ihr irgendwas dazu beitragen könnt oder eure Philosophie schildern möchtet, dann schreibt gerne einen Kommentar.

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 20 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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6 Antworten

  1. Valentin K sagt:

    „AdBlock-, Do-Not-Track-, VPN- und Only-Self-Hosting-Nutzer“

    Was spricht gegen AdBlock? Ich kann dir eine Menge nennen was dafür spricht: Keine nervige Werbung und übersichtliche Seite (sicher für die meisten der Hauptgrund sowas zu nutzen), mehr Sicherheit (ja durch Werbung wird gern mal Schadsoftware eingeschleust), weniger Verbrauch von Datenvolumen und längere Akkulaufzeit (die beiden letzten Punkte sind ja grad auf mobilen Geräten interessant).

    Was spricht gegen VPNs? Mal abgesehen, dass ich damit (wie mit Do-Not-Track bzw. Plugins wie Privacy Badger) mein Surfverhalten weniger einfach zugänglich machen kann (ja das geht niemanden etwas an, genauso wie es niemanden etwas angeht welches Buch ich lese oder was ich mir zum Abendessen koche), sind VPNs gerade dann sinnvoll und nötig wenn ich Sperren einzelner Seiten umgehen oder in einem öffentlichen W-LAN surfen will.

    Bei Self-Hosting stimme ich dir zu. Die Leute die sich beruflich mit dem Thema beschäftigen haben sehr wahrscheinlich mehr Ahnung wie man z.B. einen Mail-Service vernünftig absichert als jemand der das nur hobbymäßig betreibt. Und dass bei Google schlaue Köpfe arbeiten, darüber muss man wirklich nicht diskutieren. Ich sehe aber keinen Grund hier wieder so bereitwillig meine Daten herzugeben. Wieso sollte ich? Ich bin nach längerer Überlegung vor kurzem zu mailbox.org gewechselt die nciht nur die Finger von meinen Daten lassen sondern den Mail-Service auch besser absichern als Google. Welchen Grund hätte ich da noch Google zu verwenden?

    Die Cloud zum Speichern von Daten zu benutzen finde ich OK. Man muss aber auch da wieder wissen was damit einhergeht. Wenn du deine Daten verschlüsselst ist das schön. Aus den Metainformationen der Dateien lässt sich aber auch eine ganze Menge ableiten und falls Behörden an deine Daten wollen ist das auch nicht soo schwierig im Vergleich zur lokalen Speicherung der Daten.

    Aber mal abschließend die Frage: Aus welchem Grund soll ich z.B. Google meine Daten so leichtfertig geben? Ich seh dazu keinen Grund…

    • Moin Vallentin,
      okay ich gebe zu das bzgl. AdBlock und VPN stiftet Verwirrung und hat eigentlich nichts mit dem Artikel zu tun. AdBlock mag ich nicht nutzen, weil ich die Webseiten die ich so besuche gerne finanziell unterstützen möchte. Und für ein VPN sehe ich keinen Bedarf, außerdem würde es mir die Latenz mehr oder weniger verschlechtern.

      Bei Google fügt sich das alles gut ins Gesamtangebot ein, es gibt viele Verknüpfungen zwischen den Produkten und gute Webseiten und native Apps. Sehr benutzerfreundlich, hübsch und schnell. Darauf kommt es mir an.

  2. Stephan sagt:

    Hallo Phil.
    Dein Artikel gefällt mir. Auch ich kann dieses ganze „Google ist böse“ Gedöns nicht mehr lesen / hören.
    Aber warum bin nun ich ein Google-Verfechter?
    Abgesehen von dem, was du bezügl. der Sicherheit und den „Annehmlichkeiten“ von Google erwähnt hast, zählt für mich eines sehr stark. Google bietet alles, was man so im Alltag braucht. E-Mail, Social-Communities, Messenger, Navigation, Onlinespeicher etc. und denächst auch Heimautomation. Warum um alles in der Welt soll ich dann noch Dienste von anderen Anbietern in Anspruch nehmen? Warum sollen noch andere meine Daten, meinen Verlauf etc haben?

    Da ich ein Android-Smartphone besitze, hat Google meine Datenvon Haus aus. Und ich vertraue darauf, dass meine Daten nicht verkauft (zumal sich Google damit geschäftsmäßig selbst ruinieren würde), oder mit anderen Firmen (siehe WA/FBook) ausgetauscht werden.
    Ich könnte hier endlos weiter machen, aber das würde den Rahmen sprengen.
    Daher zu guter Letzt zusammengefasst. Meiner Meinung nach macht Google alles richtig und ich, für meinen Tei, ziehe meinen Nutzen aus den Diensten von Google.

  3. Alexander Piechotta sagt:

    Hallo, ich bin der selben Meinung „Auf Google setze, warum nicht…“ aber ich merke auch
    wie gut die KI von Google arbeitet, die Werbung und Empfehlung etc. die zu meinem Profil
    angezeigt werden sind erschreckend gut und auch verlockend!

    Da mache ich mir dann doch meine Gedanken, was ist in 5 oder 10 Jahren…?
    Wie gut kennt mich Google(KI) dann schon und kann mich mit Werbung und
    Empfehlung etc. manipulieren / verführen…?
    Und wie abhängig bin ich dann schon vom Google Komfort…?

    Vielleicht ist das auch nur Panik-Denke von mir, aber… wir werden sehen… 🙂

    Liebe Grüße aus Halberstadt
    Alexander Piechotta

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