Die Welle: Beeindruckender Film, der zum Nachdenken anregt

Da es als Blogger nahe liegt über das was mich wirklich beschäftigt zu schreiben, muss ich an dieser Stelle mal etwas los werden. Ich habe heute den Film „Die Welle“ gesehen und er hat mich wirklich beeindruckt. Ich fand den Film wirklich, wirklich spannend, und das muss bei mir was heißen, da ich bei Filmen schon etwas wählerisch bin. Achtung, dieser Beitrag kann Spoiler enthalten.

„Die Welle“ steht seit drei Jahren auf meiner Film-To-Do-Liste und heute konnte ich den Punkt endlich abhaken. Die Thematik hat bei mir einen so starken Eindruck hinterlassen, dass ich einfach darüber reden wollte. Mit ein paar Freunden, sowie auch hier im Blog mit der großen weiten Welt. Da ich mich hobbymäßig seit vielen Jahren mit dem geschichtlichen Schwerpunkt Deutschland im Nationalsozialismus intensiv auseinandersetze, nicht nur mit der Kriegsführung, sondern auch dem öffentlichen Leben und den Entwicklungen zu diesem, ist der Film umso interessanter für mich.

Ich muss zusätzlich noch erwähnen, dass ich das Buch nicht kenne. Mir hat im Film sehr gefallen, dass so ein großer Wert auf die Eigendynamik der Gruppe gelegt wird. Dadurch war die Gruppe am nächsten Tag stets ein Stücken indoktrinierter, als der Lehrer die Klasse am Vortag verlassen hat. Zentrale Frage des Filmes ist es ja, ob in der heutigen Gesellschaft und dem, was in den Köpfen der Leute drin ist, noch so etwas, wie eine Autokratie entstehen kann.

Natürlich hat es so im Film geklappt, weil es im Drehbuch steht. Es gibt aber durchaus ein paar Dinge, die sich problemlos auch auf die echte Gesellschaft übertragen lassen. Für mich stehen da zwei Punkte im Zentrum: Persönliche Zufriedenheit und Zugehörigkeitsgefühl beziehungsweise Mitläuferschaft. Jugendliche sind da zum Beispiel aufgrund der engen sozialen Verflechtungen und der starken Konzentration auf dem engen Schulgelände logischerweise extrem empfänglich.

Aber sehen wir mal von Kindern und Jugendlichen ab und betrachten die große Masse. Wir leben in einer Demokratie und in sozialem Frieden, da die große Mehrheit der Gesellschaft zufrieden ist. Es gibt Essen für alle, Wohnraum, Zukunftsaussichten und vor den Mitmenschen muss man sich nicht fürchten. Natürlich gibt es leider gravierende Ausnahmen, aber das ist nur ein kleiner Anteil. Sind die Leute hingegen unzufrieden und werden ihnen Formulierungen und Argumente an den Kopf geworden, durch die die (suggerierte) Unzufriedenheit noch weiter wächst, werden sie empfänglicher. Das hat der Lehrer im Film gemacht, als er sagte die Welle müsse Deutschland überrollen, und bei Pegida und AfD läuft das Ganze doch auch ähnlich ab.

Man muss sich nur mal die Entwicklung von Pegida oder auch AfD anschauen, dann kann es einem Angst und Bange werden. Die Gefolgschaft hat sich (das ist schon bedenklich genug) nach und nach gebildet, doch mit der Zeit wurde und wird sie dann noch geformt und „radikalisiert“. Die Parolen von Pegida und AfD sind seit der Gründung immer radikaler geworden und die Gefolgschaft übernimmt das natürlich leider auch nach und nach. Jüngster trauriger Höhepunkt war Frau Petrys (AfD) Forderung Schusswaffen gegen Flüchtlinge einzusetzen.

Bei Pegida kann man „sehr schön“ sehen, wie sich eine Gruppe dynamisch entwickelt und gemeinsam für die Ziele kämpft. Gemeinsam werden Reporter angegriffen, Lügenpresse-Parolen gebrüllt und sonstige Hemmungen abgebaut und Radau gemacht.

Tiefer kann ich hier aber nicht gehen, da mir dazu einfach die Ressourcen und das Hintergrundwissen zu AfD und Pegida fehlen. Merkt euch nur eins: Autokratie und treue Gefolgschaft sind niemals so weit entfernt, wie man denkt. Es ist die Aufgabe der gesellschaftlichen Individuen sich gegen die bedrohlichen Einflüsse zu verteidigen. Gegendemonstrationen zum Beispiel, die es glücklicherweise reichlich gibt. Um auch dieser Seite eine deutliche Stimme zu verleihen.

„Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“ – Edmund Burke

Ich möchte hier natürlich keine schwarzen Szenarien ausmalen, ich mache mir einfach, wie so viele Menschen da draußen berechtigte Sorgen. Setzt die Welle auf eure To-Do-Liste und schaut ihn aufmerksam an. Wirklich beeindruckender und guter Film.

PS: Ich habe den Beitrag gestern geschrieben, aber erst heute veröffentlicht. Die „Heute-Perspektive“ bezieht sich also auf gestern. Ach egal nicht so wichtig.

Philipp Schuster

Ich bin Philipp und studiere Informatik an der TU Dresden. Meine Interessen sind sehr breit gefächert und reichen von Web und Technik über Social Media und Programmierung bis hin zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Außerdem blogge ich hier bereits seit Anfang 2014 regelmäßig und es macht mir großen Spaß! Get To Know Me!

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1 Antwort

  1. meintantei sagt:

    Cool danke für das review

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