Vegas Baby! – Der Kulturschock meines Lebens

Was geht hier ab? Das habe ich mich gefragt, als ich in Las Vegas gegen 1 Uhr nachts am 7. August ankam. Ich war müde und die tagelange Ruhe der Nationalparks gewöhnt und nun war ich inmitten von unglaublich vielen Leuten, lauter Musik und Massen im Casino. Ich war plötzlich inmitten der größten Party der Welt. Las Vegas bei Nacht ist eine einzige große Party – zumindest der Las Vegas Strip. Das war ein Kulturschock für mich, der seinesgleichen sucht. Ich war hin und weg. Wir waren im Hotel „The Linq“, das mitten im Las Vegas Strip liegt (dank eines richtig tollen Last-Minute-Angebotes von Booking.com).

Anreise

Nach dem Grand Canyon sind wir am Abend des 6. August vom South Rim noch sehr weit bis nach Las Vegas gefahren. Schon 100km vor Las Vegas haben wir in der Ferne den extrem hell erleuchteten Nachthimmel des leuchtenden Las Vegas Strips gesehen. Während der Anfahrt sind wir übrigens am Hoover-Staudamm vorbei gefahren, doch leider hab ich nachts nichts erkennen können (nicht beleuchtet). Als wir vom Hoover-Staudamm aber noch ein Stück weiter fuhren, vielleicht 40km bis zum The Linq, haben wir schon sehr bald endlich das endlos weite Lichtermeer von Las Vegas gesehen. Es war unglaublich dort rein zu fahren.

Als wir unser Hotel suchten, führte uns das Navi zwar vor das Hotel, doch da gab es keine Einfahrt am Las Vegas Boulevard. Mehr oder weniger zufällig haben wir das Hotel dann aber doch noch irgendwie gefunden, da meine Mama irgendwo rechts abgebogen ist. Wir sind zwar nicht in das offizielle Hotelparkhaus gekommen, aber auf den gigantischen Parkplatz hinter dem The Linq-Komplex. Es war einfach zu unübersichtlich und wir waren überfordert. Von diesem Parkplatz sind wir dann mitten in der Nacht mit unseren Koffern vielleicht 300m Richtung The Linq gelaufen, vorbei am High Roller, dem größten Riesenrad der Welt und irgendwie endlich im The Linq angekommen.

Bis zur Anmeldung mussten wir vielleicht noch 100m an Geschäften vorbei laufen, bis wir dann endlich an der Megaanmeldung waren. Es gab vier oder fünft Schalter und direkt gegenüber war ein Teil des Casinos. Überall war Musik und Casino-Geräusche (Jubelschreie, Freude, …). Die Anmeldung hat zügig geklappt und wir sind dann vielleicht gegen 01:30 Uhr in unser Zimmer im 15. Stock eingezogen. Das Zimmer war super. Völlig erschöpft und geschockt fielen wir ins Bett. Es war einfach unglaublich dieser Kulturschock.

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Der erste Tag (07. August 2015)

Ich möchte zunächst noch kurz anmerken: Viele Bilder der Hotels und insbesonders der Casinos veröffentliche ich hier nicht, da ich mir ziemlich sicher bin, dass ich das nicht darf.

Las Vegas: Im Hintergrund das Excalibur Hotel & Casino

Las Vegas: Im Hintergrund das Excalibur Hotel & Casino

Nach dem wir ausgeschlafen haben, haben wir uns in den Las Vegas Tummel reingestürzt. Wir sind Richtung Süden entlang des Las Vegas Strip gelaufen und haben nur gestaunt. Überall so viele Menschen, Geschäfte und vor allem Casinos! Es ist in Las Vegas sehr heiß, es liegt ja mitten in der Wüste. Daher sind wir ständig in die Geschäfte gegangen, denn überall gab es starke Klimaanlagen. Allerdings gibt es am Las Vegas Strip nicht so normale Geschäfte entlang der Straße wie man es in anderen großen Städten kennt, sondern mehrere unvorstellbar gigantische Komplexe mit fließenden Übergängen zwischen Casino, Einkaufspassagen und Hotels.

Las Vegas: Im Hintergrund das New York-New York Hotel & Casino

Las Vegas: Im Hintergrund das New York-New York Hotel & Casino

Es gab eine unglaubliche Auswahl an Produkten, Läden und die Einkaufshäuser waren unvorstellbar prunkvoll und großzügig gestaltet. Überall, draußen auf der Straße aber ganz besonders drinnen war überall richtig guter Duft und richtig gute Musik. Viele Geschäfte hatten sogar extra einen eigenen DJ. Man war einfach überall wie im Rausch: Toller Duft, tolle Musik und auch viel nackte Haut – allgegenwärtig! Mir Reizen wird dort nicht gegeizt.

An diesem Tag haben wir außerdem eine der berühmten Wasserfontänenspiele am Bellagio-Hotel zu dem Lied aus dem Film Titanic gesehen. Ich hatte Gänsehaut, das war wirklich etwas besonderes.

Die weltberühmten Wasserfontänen am Bellagio-Hotel in Las Vegas

Die weltberühmten Wasserfontänen am Bellagio-Hotel in Las Vegas

Am späten Abend, beziehungsweise ich glaube es war schon nach Mitternacht, liefen wir über den Strip und sind auch in das High Roller-Riesenrad gegangen. Es ist mit 168m das höchste Riesenrad der Welt und es stand „zufällig“ genau neben unserem Hotel (ganz neu gebaut). Wir mussten nur 10 Minuten anstehen und als The Linq-Hotelgäste hatten wir sogar noch Rabatt bekommen.

Nachtleben in Las Vegas; im Hintergrund das Mirage-Hotel

Nachtleben in Las Vegas; im Hintergrund das Mirage-Hotel

Der Blick vom Riesenrad auf Las Vegas bei Nacht spricht für sich. Unbeschreiblich.

Blick auf Las Vegas bei Nach aus dem High Roller-Riesenrad

Blick auf Las Vegas bei Nach aus dem High Roller-Riesenrad

Gasse in der Nähe unseres Hotels, die zum High Roller-Riesenrad führt

Gasse in der Nähe unseres Hotels, die zum High Roller-Riesenrad führt

Nach der Fahrt mit dem Riesenrad liefen wir zurück zu unserem Hotel durch ein, was für eine Überraschung, Casino. Egal wo man hin will, man muss immer irgendwie durch ein Casino durch. Es ging im Casino gegen 1 Uhr in der Nacht einfach nur total ab und ich habe dort das erste mal eine Stripperin gesehen – bzw sogar zwei (solche wo man gerne hinguckt; wie in den Filmen!). Ich war einfach überfordert, es war so (positiv) verrückt. Man wusste nicht wo man hingucken soll im Casino. Nach einem anstrengenden Tag gingen wir dann endlich schlafen.

Der zweite Tag (08. August 2015)

Am zweiten Tag liefen wir wieder viel über den Las Vegas Strip, haben paar Sachen gekauft, aber wesentlich weniger als am vorherigen Tag geschafft. Es war noch heißer – unerträglich heiß. Wir haben die Monorail getestet, ein öffentliches Nahverkehrsmittel. Schnell wurde uns klar, warum die keiner benutzt. Die ist zwar schnell unterwegs, aber die Stationen enden in den mega Hotel-Casino-Einkaufs-Komplexen. Bis man eine Station gefunden hat dauert es und als wir an einem Hotel aus der Monorail ausstiegen haben wir 15(!) Minuten gebraucht, bis wir den Ausgang zur Straße fanden. Die Casinos versuchen die Besucher „zu fangen“ und nicht so leicht gehen zu lassen.

Typische Fußgängerbrücken am Las Vegas Strip

Typische Fußgängerbrücken am Las Vegas Strip

Die Leute werden gezwungen ständig in Casino- und Ladennähe zu sein um Geld auszugeben. Wir haben übrigens nicht unser Glück versucht, aber anderen zugesehen. Da Samstag war, waren noch mehr Menschen auf den Straßen, aber vor allem in den Casinos. Ich konnte das nicht begreifen, es war so ein krasser Kulturschock.

Eine Palme beim MGM Grand Hotel. Im Hintergrund sieht man das Excalibur Hotel & Casino.

Eine Palme beim MGM Grand Hotel. Im Hintergrund sieht man das Excalibur Hotel & Casino.

Highlight des Tages war eine Show im Wynn-Hotel: „Le Rêve“. Meine Mutter wollte unbedingt zu einer der berühmten Vegas-Shows gehen wenn man schon mal dort ist, also bin ich ihr zuliebe mitgegangen. Ich dachte ich würde mich langweilen, aber die Show hat mich geflasht. Es war eine Show von Weltformat, die mich 90 Minuten lang begeistert hat. Fun Fact: Wir hatten die billigsten Plätze, die unserer Meinung nach aber viel besser waren als die teuren. Die teuren Plätze waren wesentlich weiter weg von der Bühne. Ich finde wir konnte von unserer Position aber bereits alles bestens sehen und waren nah dran, wir hatten einen guten Überblick und einen atemberaubenden Abend!

Anschließend sind wir wieder lange bis in die Nacht durch die Straßen bzw. das Nachtleben von Las Vegas gelaufen. Ich konnte mich daran einfach nicht satt sehen.

Abreise

Am Morgen des 9. August haben wir Las Vegas verlassen. Wir liefen zu unserem Auto auf den gigantischen Parkplatz hinter dem The Linq-Komplex. Dabei haben wir folgenden Blick auf das High Roller-Riesenrad gehabt. Anschließend ging es noch kurz zum „Welcome To The Fabulous Las Vegas“-Schild und dann zum Hoover-Staudamm (Fotos im nächsten Blogbeitrag).

Blick auf das High Roller-Riesenrad vom gigantischen Parkplatz hinter dem The Linq Hotel & Casino-Komplex.

Blick auf das High Roller-Riesenrad vom gigantischen Parkplatz hinter dem The Linq Hotel & Casino-Komplex.

Fazit Las Vegas Strip

Casinos

Wie bereits erwähnt sind entlang des Las Vegas Strip mehrere gigantische Komplexe nebeneinander mit fließenden Übergängen aus Einkaufspassagen, Hotels und Casinos. Das heißt man muss nicht Hotelgast sein um in einem Hotel im Casino spielen zu können.

In den Casinos stand ich immer, wirklich immer, kopfschüttelnd da, hab gelacht und mir gedacht: „Das kann doch nicht echt sein? Wie funktioniert das? Was geht hier ab? Ich begreife das nicht.“ Wenn nicht mal ich das verstanden hab, obwohl ich dort war, dann weiß ich nicht wie ich euch das schildern soll. Jedes der unzähligen Casinos ist dermaßen unvorstellbar groß, zehntausende Spielautomaten und hunderte Spieltische und es war fast überall komplett voll. Zehntausende, ach quatsch, Hunderttausende von Menschen haben dort in den Casinos ihr Geld verzockt und mit dem Glück gespielt. Dort hat sich so viel abgespielt, ich habe das nicht verstanden. Einfach unglaublich.

Gesamteindruck

Las Vegas war eine der mit Abstand krassesten Erfahrungen meines Lebens. Es hat in mir einen unglaublich intensiven Eindruck hinterlassen. Es war eine der besten Erfahrungen meines Lebens, gleichzeitig aber auch eine der erschreckendsten. Diese Kombination schafft diese Faszination in mir. Nirgendswo sind für mich Wirklichkeit und Moralvorstellungen so knallhart aufeinander getroffen wie hier. Das ist die „nackte“ Wahrheit, haha. 😉

Was mich sehr beeindruckt/schockiert hat ist, wie viel nackte Haut es in Las Vegas zu sehen gibt. Die Kellnerinnen, Verkäuferinnen und natürlich auch Stripperinnen und Prostituierten die man überall sieht: Ich glaube ich hab in den zwei Tagen mehr nackte Haut gesehen, als in meinem bisherigen Leben (ich glaube so geht es jedem Besucher dort). Der Dresscode ist durch die breite Gesellschaft hinweg extremst freizügig.

Besonders am Abend bzw. Nachts werden einem überall entlang des Las Vegas Strips Flyer angeboten (man wird damit fast schon genervt), die einem suggerieren, dass man sich unbedingt irgendwelche Mädchen kaufen/buchen/anrufen soll (wozu muss ich wohl nicht sagen).

Meine Moralvorstellungen sagen mir, dass das in diesem unvorstellbar ausuferndem Maße falsch ist und ich würde sowas niemals machen. Aber es ist nichtsdestotrotz faszinierend (und erschreckend zugleich) zu sehen, was und wie es dort abläuft und wie sich dort insbesondere eigentlich alle Frauen und ihre Körper zu Objekten machen um mehr Geld zu verdienen. Vielleicht ist es für sie in Ordnung, für mich war das aber sehr seltsam. Das Geld regiert diese Stadt und untergräbt meiner Meinung nach Moral und Würde der Personen.

Wir haben nur den Las Vegas Strip gesehen und nicht „die hässlichen Ecken“. Fest steht aber, dass ich es am Las Vegas Strip nicht länger ausgehalten hätte als diese zwei Tage. Auf Dauer kann man das glaube ich echt nur aushalten, wenn man Alkohol trinkt oder sich sonst wie in einen Rauschzustand begibt. Es war für mich einfach eine ganz andere Welt. Da ich nicht 21 bin, durfte ich dort ja auch nicht mal einen Cocktail trinken.

Vielleicht komme ich irgendwann, im richtigen Alter, nochmal dort hin und trinke mal ein paar Cocktails um die Atmosphäre mit Freunden statt mit Mama zu genießen. Vielleicht sage ich mir dann aus Spaß auch mal „ich gebe maximal 50€ aus und spiele mal“. Ich möchte aber kein richtiger Spieler werden, ich habe dort zu viele verzweifelte Menschen gesehen die scheinbar alles verloren haben. Es ist der krasseste Ort auf der Welt für mich.

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Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 20 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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