Sommerurlaub 2015: Vier Wochen US-Westküste

Dieses Jahr habe ich nicht nur mein Abitur bestanden und einen wunderschönen Abiball mit meinem Jahrgang gehabt, sondern auch meinen Wohnort hinter mir gelassen und mich in das größte Abenteuer meines Lebens gestürzt. Ich habe knapp vier Wochen lang den Westen der USA gemeinsam mit meiner Mutter in einem Mietwagen erkundet und unzählige tolle Eindrücke und Erfahrungen entlang der 7000km langen Route sammeln können.

Mit diesem umfangreichen Reisebericht möchte ich nicht nur meine tollen Eindrücke, Erfahrungen, Erlebnisse und Fotos teilen, sondern auch konkret Tipps und Empfehlungen für interessierte Urlauber geben und nicht zuletzt einen Einblick in dieses ferne Land geben. Ich habe lange im Voraus (bereits ab Februar) gemeinsam mit meiner Mutter intensiv geplant und nun den Zeitplan “durchlebt”. So weiß ich, was schaffbar ist und wo man mehr Zeit einplanen müsste bei einer weiteren Reise.

Ursprünglich hatte ich die Idee jeden Tag während des Urlaubs am Abend meine Erfahrungen und Fotos in einem Blogpost zu sichern, allerdings war das zeitlich nicht möglich und ich war auch immer zu müde am Ende eines Tages. Ich kann mich trotzdem an alles sehr gut erinnern, zudem habe ich große Teile dieses Beitrages in den USA in meiner letzten Urlaubswoche im Ort Santa Barbara begonnen. Das Erzählte ist also immer noch frisch und entspricht der knallharten Wahrheit! 😉

Selfie an der Golden Gate Bridge

Selfie an der Golden Gate Bridge

Kurzer Überblick

Am 23. Juli um 16 Uhr deutscher Zeit ging unser Flug nach San Francisco von München ab und dauerte zwölf Stunden. Am Flughafen in San Francisco haben wir dann unseren Mietwagen abgeholt und uns von hier auf jetzt in den total verrückten Verkehr gestürzt. So begann unsere große Runde in San Francisco, ging weiter über den Yosemite Nationalpark, durch die gigantischen Weiten von Nevada, Salt Lake City, das Colorado-Plateau in Utah mit vier Nationalparks und von da dann über Las Vegas nach Los Angeles, von wo wir in der letzten Etappe dann die Küstenstraße bis nach San Francisco bezwungen haben. Der Rückflug war am 18. August von San Francisco und endete in Frankfurt am Main.

Es waren nur wenige Hotels für die Übernachtungen vorgebucht, hauptsächlich haben wir immer spontan ein günstiges Motel gesucht. Oft haben wir auch sehr gute Last-Minute-Angebote von Booking.com angenommen und zugeschlagen.

Für die einzelnen Etappen werde ich einzelne Beiträge inklusive vieler schöner Fotos veröffentlichen, dafür muss ich aus meinen tausenden Fotos (5000+!) in Deutschland dann aber erstmal die besten heraussuchen. Diese Beiträge findet ihr zusammengefasst bei folgendem Link und werden von mir nach und nach schnellstmöglich erstellt, vergesst dabei bitte nicht durch die mehreren Unterseiten zu blättern! 🙂 https://phip1611.de/tag/usa-urlaub-2015/

Grundlegender Eindruck

Was soll ich schon sagen, außer wow? Für vieles fehlen einfach die Worte, man muss das selbst gesehen und erlebt haben. Es war einfach so schön zu jedem Zeitpunkt bei den verschiedensten Stationen und es war eine unvergessliche und beeindruckende Zeit. Ich habe Dinge die ich nur aus Filmen kenne endlich echt sehen und erleben dürfen, tolle Fotos gemacht, aber auch gemerkt, dass ich in den USA vermutlich niemals leben möchte.

Essen/Nahrung

Das einzige wirkliche Problem im Urlaub war für mich das Essen, speziell das Frühstück. Ich sage es mal so, ich kann Rührei nicht mehr ersehen! Das Hotel/Motel-Frühstück, aber auch das Restaurant-Frühstück was wir manchmal hatten, hat mich meist sehr fertig gemacht. Immer nur so viel fettiges Zeug, sehr viele Eier und nie mal etwas, das leicht im Magen liegt. Dazu das pappige und sehr süße amerikanische Sandwichbrot. Es war mir leider nicht möglich mich in dieser Zeit gesund zu ernähren. Das bei Walmart gekaufte Obst war manchmal leider sogar schlecht, was man in der Verpackung jedoch leider fast nie sehen konnte, so mussten wir es dann wegschmeißen.

An wenigen Tagen hatten wir auch gutes Obst, das war aber eher die Ausnahme. Einmal habe ich mein Frühstück einfach zum Mittagessen gemacht bzw. das Frühstück weggelassen und einen Doppelten Cheesburger bei der Restaurant-Kette Denny’s gegessen. So musste ich wenigstens kein Ei essen, denn das bekommt mir in den Massen wirklich nicht gut.

Generell ist es uns ein Rätsel, wie viele Leute hier so schlank und hübsch sein können bei dem Essen… Okay ich möchte fairerweise sagen, es ist sicher möglich sich als Einwohner gesund zu ernähren, wenn man die entsprechenden Läden und Produkte kennt, aber als Tourist mit Zeitdruck haben wir einfach keine andere Wahl gehabt. Vielleicht könnte man bei einer weiteren Reise alles besser planen und gesunde Läden und Gaststätten entlang der Route suchen, fest rechnen mit gesunder Ernährung (das heißt für mich wenig Zucker, Fett und viel Gemüse und Obst) sollte man aber eher nicht.

Ich weiß gar nicht mehr was wir immer so zum Mittagessen und Abendbrot gegessen haben. Essen ist ja was eher normales, was man sich nicht gesondert merkt. Ich erinnere mich an ein paar Steaks und Pizzas, aber nicht viel Gemüse.

In Deutschland gehe ich gerne mal zu McDonalds, musste hier aber feststellen, dass es generell viel weniger “toll” aussieht als in Deutschland. Ich finde deutsche McDonalds-Filialen sehen vergleichsweise fein aus, McDonalds hat in den USA scheinbar einen niedrigeren Stellenwert. Frühstück hier kann ich absolut NICHT empfehlen, das war ein großer Fehler. Auch die Pommes und die Chicken McNuggets schmecken mir hier nicht so gut. Was mich allerdings im Laufe des Urlaubs überrascht hat ist, dass es hier noch den klassischen McWrap mit Chicken gibt, das hat mir wirklich sehr gefallen! Der hat mir in Deutschland immer gut geschmeckt, wurde aber abgeschafft. Den kann ich empfehlen, da da relativ viel Gemüse drin ist. Den habe ich aber nur einmal gegessen in den USA, irgendwo im Süden Utahs.

Auch in vielen anderen Restaurants hatten wir nicht so tolle Erfahrungen, zum Beispiel bei einem Italiener in Las Vegas wo alles furchtbar fettig war. Manche Pizzen sind auch fettiger und haben mehr Käse als mir lieb ist.

Ich denke aber die Restaurants sind nicht direkt schlecht, sondern das ist einfach die amerikanische Küche. Mit der komme ich halt nicht klar und darum möchte ich hier niemals leben und vermutlich auch nie mehr so lange unter diesen Bedingungen Urlaub machen. Oder mich zumindest mal besser informieren, wo ich Essen könnte. Es gibt bestimmt auch ein paar Restaurants und Läden für mich.

Es gibt kein “normales” deutsches Brot, sondern hauptsächlich nur das pappige und süße Sandwichbrot. Generell ist alles furchtbar süß (süßer als bei uns), das kann doch nicht gesund sein! Ich habe hier zu schätzen gelernt wie sehr mir doch “die kleinen Dinge”, wie zum Beispiel Frühstück in Deutschland am Herzen liegen.

Sprache

Mein Englisches Verstehen ist durch Training auf YouTube und Co. schon seit einer langen Zeit sehr gut, so habe ich im Urlaub fast alles immer direkt verstanden. Doch mein Reden klappte leider nicht so wie erhofft. Wenn man immer nur mit den Menschen an der Hotel/Motel-Rezeption redet sowie Kellnerinnen und Verkäufern lernt und übt man nicht wirklich viel, das finde ich sehr schade. Gefühlt würde ich daher sagen, dass sich meine Sprech-Fähigkeiten fast nicht verbessert haben. Dafür braucht man wohl amerikanische Freunde, mit denen man stundenlang intensiv über Verschiedenes spricht. Mit einer “Sprachreise” bzw. einem “Sprachurlaub” hat diese Art von Reise nichts zu tun gehabt – leider!

Alltag

Die Amerikaner sind immer total nett und hilfsbereit, zwar nur oberflächlich, aber das ist genau das was man als Tourist braucht. Wenn es mal darum geht ein Foto von einem zu schießen, nach dem Weg zu fragen, Smalltalk zu führen oder sonstige Probleme zu lösen, dann kann man einfach einen Amerikaner bzw. eine Amerikanerin ansprechen. So sind auch KellnerInnen, Leute an der Rezeption oder sonstige Angestellte immer bereit euch freundlich beiseite zu stehen und zu helfen.

Internet

In den ganzen Hotels und Motels war das WLAN überraschend schlecht. „Zum Glück“ haben wir in San Francsico eine T-Mobile USA-Sim-Karte gekauft. Das Dumme ist nur, dass das T-Mobile-USA-Netz fast nirgendwo im Land bzw. auf dem Land geht und die Verbindung selbst in den Großstädten bei vollem Empfang bei vielleicht zwei MBit/s stockt.

Allerdings muss man fairerweise Sagen, das kann durchaus an den Frequenzen liegen, denn die europäischen Smartphones sind glaube ich größtenteils für andere Mobilfunk-Frequenzen gebaut und konfiguriert als sie in Nordamerika genutzt werden. So konnten wir nur das quasi nicht funktionierende E-Netz sowie das kaum funktionierende 3G/H-Netz nutzen, was aber auch nur in den großen Städten wirklich ging. 4G/LTE konnte mein deutsches LTE-Phone hier nicht empfangen/verarbeiten. So kann ich nur sagen, dass T-Mobile USA mit einem deutschen/europäischen Smartphone welches kein LTE in den Staaten empfangen kann ziemliche Geldverschwendung ist. Beim nächsten mal versuche ich vielleicht auch mal AT&T, davor werde ich aber erstmal das mit den Frequenzen nachlesen.

In vielen Nationalpark-Hotels/Motels gab es übrigens gar kein WLAN. In den Städten hingegen findet man viele öffentliche WLAN-Hotspots.

Umweltverschmutzung

Etwas schockiert waren wir über die Umweltverschmutzung. Nicht nur etwas, sondern sehr. Die Interstates und Freeways (nicht jeder Freeway ist eine Interstate; Autobahnen) haben Tonnen an Müll an den Randstreifen. Hauptsächlich kaputte Autoteile, von denen der Hauptteil Autoreifenstücke sind. Auf den Stadtautobahnen in Los Angeles ist der Müll ganz schlimm. Das sieht nicht schön aus.

Betten, Lichtschalter, Toiletten und Wasserhähne

Das Folgende klingt vielleicht etwas schräg, aber die Einfallskunst der Amerikaner Lichtschalter und Wasserhähne zu konstruieren ist beeindruckend. Bei manchen Lampen haben wir lange überlegt und gebraucht bis sie endlich angingen, noch verrückter waren aber die Wasserhähne. Es gibt hier so viele verschiedene Wasserhähne, bei manchen muss man ziehen, bei manchen drehen, bei manchen Duschen die richtige Kombination aus drei verschiedenen Drehreglern einstellen und nur so verrücktes Zeug! Einmal mussten wir sogar die Hotelrezeption um Hilfe bitten, weil wir nach 10 Minuten probieren immer noch nicht wussten, wir der Wasserhahn in der Dusche funktioniert, lol.

Die Betten in den Motels/Hotels waren insofern komisch, dass die Amerikaner immer mehrere riesige dünne Bettdecken verwenden, die ebenso wie das Bettlaken eng am Bett anliegen. Man hat dadurch nicht wie ich es in Deutschland gewöhnt bin eine normale lockere, freie und luftige Decke, sondern muss sich unter die Decke zwängen und wird da gefühlt erwürgt! 😀 So schlimm ist es nicht, aber irgendwie komisch. Ich hab dann einfach immer die Bettdecke da raus gezogen und konnte sie dann halbwegs normal benutzen. ^^

Verkehr und Straßennetz

Die Verkehrsregeln sind sehr ähnlich den Deutschen Regeln, es gibt nur kleine Unterschiede. Gestört hat uns aber, dass zum Beispiel Einfädelungs- und Ausfädelungsstreifen oft sehr klein/kurz sind. In Verbindung mit teilweise 6 und mehrspurigen Fahrbahnen in dichtem Verkehr ist es eine Herausforderung und mit Adrenalin verbunden schnell immer die Fahrstreifen zur richtigen Einfahrt/Ausfahrt zu wechseln.

Das Geschwindigkeitslimit ist leider überall sehr langsam angesetzt, in manchen Regionen in Utah durfte man aber (das muss wohl relativ neu sein) immerhin schon 80mph (130km/h) fahren. Trotzdem ist das viel zu langsam, denn oft sind Städte auch mal 100km von einander entfernt, zum Beispiel in Nevada am Highway 50.

Richtig cool finde ich, dass in viele bzw. fast alle Straßen entlang der Straßenmarkierungen (Rand, sowie Fahrstreifenbegrenzungen) flache Metallstücke eingelassen sind. Diese reflektieren das Scheinwerferlicht, so dass man auf einer wunderbar “beleuchteten” Straße fährt, wo alle Fahrstreifen mit ihren Grenzen in schönem Licht aufleuchten. Das ist nicht nur effektiv, sondern sieht auch richtig schön aus! Außerdem machen diese Metallstücke Lärm wenn man aus der Spur kommt, also zum Beispiel müde am Steuer wird oder sonst unaufmerksam ist.

Wildleben

Zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass es in den USA extrem viel Wildleben gibt und man besonders Nachts extrem aufpassen muss, da jederzeit Tiere wie Rehe, Hirsche, Hasen oder kleine Nagetiere auf die Straße rennen können. Wir haben viele Dutzend wildlebende Rehe gesehen, das war sehr schön. In Utah an der einen Straße lag alle 5km ein toter großer Hirsch.. das war sehr traurig anzusehen. Arschl***er die so rasen und die Tiere töten, obwohl doch überall Warnhinweise sind.

Mehr fällt mir spontan gerade nicht ein. Aber nun möchte ich euch gerne meine Fotos zeigen. Wenn ihr also Lust habt, dann schaut euch die Stationen meiner Reise einmal genauer an! 🙂 https://phip1611.de/tag/usa-urlaub-2015/

PS: Bis ich alle Beiträge veröffentlicht habe, werden ein paar Tage vergehen. Ich gebe mir aber Mühe das schnellstmöglich zu schaffen. Nach dem langen Urlaub muss ich aber halt leider auch erstmal jede Menge Zeug regeln, die ganze Wäsche waschen, mich um meine zukünftige WG und das Studium kümmern und so weiter. Aber ich gebe mein Bestes! 🙂

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 22 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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