Chrome Remote Desktop über lokales Netzwerk

Ich habe mich heute näher mit Chrome Remote Desktop beschäftigt und ein paar interessante Dinge feststellen können. Zum Beispiel ist Chrome Remote Desktop schlau genug, um Geräte im selben (W)LAN direkt miteinander zu verbinden und die Verbindung nicht über das Internet umzurouten. Außerdem läuft es über das lokale Netzwerk mit einer Latenz von weniger als 50ms, während Chromecast mit einer ähnlichen Funktionsweise eine Latenz von etwa 250ms aufweist.

Chrome Remote Desktop Demo

Tablet steuert Windows-PC über Chrome Remote Desktop

Was ist Chrome Remote Desktop?

Mit Chrome Remote Desktop könnt ihr von euren Geräten andere PC’s und Mac’s fernsteuern. Dabei wird Bild, jedoch kein Audio übertragen. Laut der Google Informationsseite wird die Verbindung zwar über Google-Server aufgebaut, die Verbindung an sich erfolgt jedoch direkt. Die Client-Software gibt es für Android, iOS, Chrome (Windows, Mac, Ubuntu) und natürlich auch ChromeOS.

Chrome Remote Desktop auf Android

Chrome Remote Desktop auf Android

Chrome Remote Desktop über LAN/WLAN

Wie fleißige Leser bestimmt schon festgestellt haben, leide ich zu Hause unter einer Internetleitung mit Volumen-Begrenzung. Umso größer war da heute die Freude, als ich feststellen konnte, dass Chrome Remote Desktop im WLAN (von Tablet/Chromebook zum PC) ohne Internetdatenverbrauch funktioniert. Ich habe das Internet extra deaktiviert und die Verbindung blieb unverändert stabil und flüssig bestehen. Lediglich der Verbindungsaufbau kann nicht ohne Internetzugriff erfolgen.

Die Latenz ist wahnsinnig gering, das ist wirklich beeindruckend. Sie beträgt geschätzt weniger als 50ms bei mir, denn alles läuft unglaublich flüssig ab. Die Bewegung des Cursors wird butterweich in Echtzeit übertragen.

Chrome Remote Desktop auf ChromeOS

Chrome Remote Desktop auf ChromeOS

Chrome Remote Desktop über Internet

Ich habe mir natürlich auch mal noch angeschaut, wie das Ganze über das Internet funktioniert. Dafür habe ich mein Chromebook mit dem Smartphone-Hotspot verbunden (LTE) und dann auf meinen Windows-PC über das Internet zugegriffen. Hier fällt direkt auf, dass die Latenz bei 200-300ms liegt und das Bild an sich auch nicht sehr flüssig, sondern ruckartig übertragen wird.

Als ich den Datenverbrauch überprüft habe, konnte ich Werte zwischen 120 und 500 kbit/s im Durchschnitt feststellen. Der niedrige Wert kam beim „rohen“ Desktop zu Stande und der höhere Wert bei einem Game. Die Ansprüche für die Bildqualität sollten aber nicht allzu hoch angelegt werden.

Chrome Remote Desktop: Fazit

Über das lokale Netzwerk funktioniert das Tool wirklich einwandfrei und mit spitzenmäßiger Latenz. Seltsam, dass Chromecast eine so viel größere Latenz hat, obwohl er mehr oder weniger das Gleiche macht/machen kann.

Aktiv und stabil damit arbeiten kann man defintiv, zumindest innerhalb eines lokalen Netzwerkes. Ich bin sehr überrascht, dass die Verbindung tatsächlich über das LAN/WLAN abgewickelt wird, denn auf ein so geniales Feature wird auf der Produkt-Seite gar nicht eingegangen. Dort heißt es lediglich:

„Ihre Verbindung wird zwar über die Server von Google eingerichtet, aber die eigentlichen Daten Ihrer Remote Desktop-Sitzung werden direkt vom Client an den Host gesendet.“ – support.google.com

Angesichts dessen, dass ich so absolut keinen Traffic verbrauche, wenn ich das Tool im WLAN nutze, und immer dachte es läuft nur aufgrund meiner guten LTE-Verbindung so flüssig, kann ich es nun guten Gewissens einsetzen. Manche Windows-Games kann ich so auch bequem zocken wenn ich zum Beispiel auf der Couch liege, während mein stationärer Windows-Computer die Grafiken berechnet.

Es gilt zu beachten, dass die Framerate sowie Bildqualität besonders bei Spielen nicht nur von der Verbindung abhängen, sondern auch von der Art und Weise, wie Chrome die Bildschirmdaten kopiert/spiegelt. Strategie-Spiele lassen sich nach meinen bisherigen Erfahrungen aber bestens spielen, während Ego-Shooter logischerweise schlecht spielbar sind.

Anhang

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 22 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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