AGB und Datenschutz von Facebook und Google

Seit ein paar Tagen geistert durch die gewohnt datenschutzparanoiden Massenmedien die große Furcht vor den neuen Nutzungsbedingungen von Facebook. Ich finde es absolut lächerlich, da wie immer an den vollkommen falschen Punkten angegriffen wird. Bei solchen Aktionen zeigt sicher immer, wie weit der europäische Raum doch im Digitalen zurück hängt. Ich sehe es so: Wenn die Politik fordert „eine datenschutzrechtlich akzeptable Regelung zu finden“, dann läuft alles falsch, da hier reguliert werden soll.

Es gibt zwar keine Alternativen, wodurch sich der Markt selbst regulieren könnte, aber das wird seit Jahren auch ständig und überall von vielen Seiten angesprochen. Europa hinkt hinterher, was die Folge von diversen netzpolitischen und wirtschaftlichen Gründen ist. Wenn ich Karriere als Informatiker machen möchte, würde ich wohl auch in die USA gehen. Meiner Meinung nach hat Europa den Kampf um einen Platz am digitalen Markt bereits verloren, aber darin sehe ich noch keinen Grund zu diesen permanenten und ekelhaften Regulierungsbestrebungen. Darüber habe ich mich besonders schon bei der Google-Politik von der EU aufgeregt.

Die EU ist selbst schuld, dass es im Digitalen nur riesige US-Giganten gibt und europäische Unternehmen eigentlich keinen wirklichen Einfluss darauf haben. Dadurch ist die Lage jetzt nicht gerade rosig und es werden fleißig US-Unternehmen gebasht und teilweise, zumindest von der Linken, die NSA und Co. verurteilt. Ich habe den Eindruck, dass lieber versucht wird den US-Unternehmen etwas weniger Daten zu gewähren, damit die NSA auch weniger kontrollieren kann, es aber nicht mal in Erwägung gezogen wird europäische Netzgiganten aufzuziehen, die im günstigsten Fall auch europäischem Recht unterstehen.

Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien

Ich bin jetzt etwas abgeschweift, das passt allerdings auch ganz gut als Einleitung zum folgenden Abschnitt. Ich finde Facebook gehört gelobt für die neuen AGB und Datenschutzrichtlinien. Sie sind wirklich sehr umfangreich und beschreiben viele Nutzungsfälle, dagegen wirken die Bestimmungen von Google mickrig und sehr oberflächlich.

Facebook

Betrachtet man die Nutzungsrichtlinien von Facebook, denen die Datenschutzbestimmungen unterliegen, findet man zahlreiche Informationen zur Datenerhebung, Datenverarbeitung und Datennutzung. Die Übersicht ist stolze 2000 Wörter lang.

Zudem bietet Facebook eine weitere Übersicht für Cookies, Pixel und ähnliche Technologien, die sogar 2900 Wörter lang ist. Hier beschreibt Facebook seine Datensammelpraktiken nochmal aus einem technischeren Standpunkt

Google

Schaut man nun daneben die Datenschutzrichtlinien von Google (Chrome, Wallet, Fiber und Books ausgenommen) an, bekommt man im Verhältnis gesehen einen regelrechten Schock. Man findet zwar 2500 Wörter, aber keine solche umfassende Aufklärung. Bei Facebook werden konkrete Nutzungsfälle und Fakten genannt, bei Google stößt man auf Satzkonstruktionen mit „möglicherweise“, „Unter Umständen“ oder auch „könnte“.

Die Cookie-Richtlinie von Google scheint auf den ersten Blick allerdings ungefähr in etwa auf dem Niveau von Facebook zu sein, ist mit 850 Wörtern aber doch deutlich kürzer.

Fazit

Soweit ich das beurteilen kann muss ein Unternehmen nach dem BDSG darüber informieren, wie es die Daten erhebt und verarbeitet. Das hat Facebook meiner Meinung nach hervorragend umgesetzt und gehört dafür nicht noch ausgeschimpft. Facebooks Datenschutzerklärung ist zudem um Welten besser als die von Google und verglichen mit dem Industrie-Standard an der oberen Spitze angesiedelt. Achtung: Das heißt nicht, dass Facebook Daten besser oder sicherer handhabt als Google, die Übersicht und Informationspolitik nach außen hin sind jedoch deutlich besser und das zählt auf den ersten Blick nun mal.

Ich sehe die Kritik an Facebooks neuen Regelungen als absolut nicht gerechtfertigt an und sehe Facebook im Recht. Wenn die Nutzer aufgeklärt werden (und die Übersicht von Facebook ist wirklich gut!), dann sollte sich das Unternehmen eigentlich im Recht befinden. Die Nutzer können ja trotzdem sagen sie wollen das Netzwerk nicht nutzen und sind daher auch nicht gezwungen es zu nutzen. Daher lehne ich diese dämlichen Forderungen von der EU, den Massenmedien und diversen Datenschützern strikt ab.

Das ist der falsche Weg und ich habe keine Hoffnung, dass Europa in der Beziehung jemals aufwachen wird. Der Wirtschaftliche Rahmen in den USA ist für Unternehmen der bessere, da kann die EU noch so viel Mist erzählen, kritisieren und regulieren wie sie will.

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 20 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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