Google Cardboard im Test: Eindruck und Tipps

Google Cardboard hat bei weitem nicht die mediale Aufmerksamkeit, die es verdient. Selbst ich als sehr technikaffiner Mensch habe zwar davon gehört und etwas drüber gelesen, es aber damals nach der Google I/O nur mit einem „hm“ aufgenommen. Vor ein bis zwei Wochen war dann Google Cardboard nochmal in Caschys Blog mit der Nachricht, dass bereits über 500.000 Einheiten verkauft worden sind. Ich habe mich dann näher informiert und wenig später direkt bei Amazon bestellt. Gestern ist es dann auch schon zu Hause angekommen, doch ich habe noch ein paar Stunden länger ausgehalten, um es mir heute an Heiligabend selbst zu schenken.

Was kann man konkret von dieser 20€ teuren Virtual-Reality-Brille, mit der sich virtuelle Welten in echtem 3D betrachten lassen, erwarten?

Google Cardboard

Magnet-Schalter zum Auslösen von Aktionen (Bestätigen)

Ich bin sehr überrascht und positiv angetan, denn für 20€ ist der Effekt sehr toll, es macht richtig Spaß virtuelle Welten zu erkunden! Das Zusammenbauen ist die größte Hürde, denn die beigelegte Anleitung kann man quasi vergessen. Man muss auf die Zahlen für die verschiedenen Papp-Stecker achten und diese befolgen, zusätzlich lohnt es sich ein YouTube-Video dazu anzuschauen. Seid dabei sehr vorsichtig, denn Pappe ist nicht so stabil. Natürlich ist das Papp-Gestellt den Umständen entsprechend stabil, Vorsichtigkeit sollte dennoch geboten sein. Das Papp-Set (inklusive Linsen und Magnet) könnt ihr zum Beispiel bei Amazon bestellen.

Google Cardboard

Aufgeklappter Smartphone-Schacht

Bitte seid in folgenden Aspekten besonders vorsichtig: Der beigelegte Gummi scheint dafür da zu sein ihn so um die Brille zu spannen, dass das Smartphone nicht zu den Seiten herausrutschen kann. Das ist auch nicht schlecht, nur ist seine Zugkraft sehr stark und ich habe Angst er zerknickt die Pappe mit der Zeit. Also entweder keinen Gummi verwenden und selbst aufpassen oder mehrere kleine und schwächere Gummis verwenden. Die Aktion euren Kopf ganz schräg zu legen benötigt ihr nämlich um ins Hauptmenü zu gelangen, und dabei sollte das Smartphone nicht zur Seite herausfallen.

Google Cardboard

Von vorne mit eingelegtem Smartphone

Der Magnet-Schalter wird zum Bestätigen benutzt. Ich vermute das Android-Smartphone reagiert auf das veränderte Magnetfeld. – Krass was mit den bereits vorhandenen Sensoren möglich ist!

Der Smartphone-„Schacht“ zum umklappen wird mit starken Klettverschlüssen befestigt. Diese müssen stets sehr vorsichtig und langsam geöffnet werden, damit es nicht das ganze Gestell verzieht. Tipp: Legt das Smartphone in den offenen Schacht, schließt ihn und lasst dabei 1mm Spielraum. Dann könnt ihr euer Smartphone einfach immer zur Seite herausziehen beziehungsweise hineinschieben und ihr schont das Gestell. Übrigens wird es schon problematisch mit Phablets, da diese nicht oder kaum in die Öffnung hereinpassen werden. Ich glaube sogar Googles neues Nexus 6 passt da gar nicht rein, Eigentor?!

Ein Nachteil bei der Variante mit dem Hereinschieben und Herausziehen ist es allerdings, dass der Aufkleber schwarze Streifen auf das Smartphone abfärbt. Mit einem feinen Lappen und etwas schrubben geht das schnell wieder weg, aber seid bitte gewarnt!

Google Cardboard

Sicht auf Linsen (aktiver Bildschirm im Hintergrund)

Habt ihr das Ganze geschafft und zur Kenntnis genommen, könnt ihr schon loslegen. Ladet euch die Google Cardboard-App aus dem Play Store herunter, alternativ sollte das auch automatisch über den NFC-Tag auf der Brille funktionieren. Startet nun die App, öffnet die Demos und legt das Smartphone vorsichtig ein. Achtet darauf, dass die Bildschirmmitte genau in der Mitte zwischen den beiden Blickkanälen ist und setzt die Brille auf. Ihr benötigt ein paar Sekunden, bis ihr euch mit den Augen an das Bild gewöhnt habt. Einfach in die Bildmitte schauen und der 3D-Effekt wird schnell sichtbar und ihr „vergesst“/“verlernt“ das dann auch nicht mehr. Da das Gestell auf der Nase aufsitzt und das relativ schnell unangenehm wird, empfehle ich euch eine dünne Watte-Schicht aufzutragen. Hier ein paar Bilder von mir mit aufgesetzter Brille:

Google Cardboard

Ich mit sichtlicher Begeisterung beim ausprobieren der virtuellen Welt

Google Cardboard

Ich mit sichtlicher Begeisterung beim ausprobieren der virtuellen Welt

Bereits die Demo-Apps sind genial (in der Google Cardboard-App enthalten). Zum Beispiel kann man sich durch Chicago in Google Earth bewegen(!) und die 3D-Gebäude mit allem Drum und Dran bestaunen. Entsprechendes Internet wird dabei vorausgesetzt.

Der YouTube-Modus ist oberaffengeil. Das eigentliche Video wird auf einer großen Video-Leinwand dargestellt. Schaut man von der Leinwand zu den Seiten (und dort nach oben und unten), dann sieht man ähnliche Videos, die man mit dem Magnet-Schalter auswählen kann. Das Einzige was am genialen YouTube-Modus stört ist die Suchfunktion, denn da steht natürlich nur Sprache zur Verfügung und Korrekturmöglichkeiten gibt es nicht. Da hätte es doch so gestaltet werden können, dass man sich verschiedene mögliche Treffer anschauen und auswählen kann. Zum Beispiel wird die Suche nach „Alex Goot“ als „Alex Gut“ verstanden, da könnte man doch eine Korrektur-Auswahl anbieten.

Google Cardboard Screenshot

So schaut ein Bild auf dem Bildschirm aus. Durch die Linse und den getrennten Blickkanal erhält jedes Auge das korrekte Bild. – © 2014 Imagery Landsat und Google

Ich finde Google Cardboard ist ein richtig geniales Produkt, es macht total Spaß und ist mal was total anderes. Der gewünschte Effekt ist mit den einfachen Mitteln sehr gut. Ich finde es gut, dass vorhandene Technik (Smartphone) eingebunden wird und die Sensoren so etwas können – beeindruckend! Wer sich vom Weihnachtsgeld was kaufen möchte, dann ist das definitiv eine Option. Alternativ verschenkt es zu Ostern oder zum nächsten Geburtstag an einen Freund, so viel Geld ist das ja nicht und es ist wirklich cool.

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 20 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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1 Antwort

  1. Hendrik sagt:

    Sehr schön! Habe meins von hier http://www.mrcardboard.de. Sieht ein bisschen anders aus, ist aber super! Kopfband habe ich auch. Quasi ein muss!

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