Kommentar: ARD-Reportage über Googles Macht

Die aktuelle ARD-Reportage über Google (ARD|YouTube) ist veröffentlicht und kritisiert Googles Macht. Die Reportage wirkt auf mich nach zweimaligem Ansehen ziemlich schlecht, schon der erste Eindruck war nicht ganz so toll. Hier mein Kommentar dazu:

Google manipuliert Suchergebnisse, diese Anschuldigung ist allgemein bekannt und wurde thematisiert. Zudem die „extreme Datensammlerei“ von Google. Da hat man schon mal zwei Punkte gefunden um massiv Google-Bashing zu betreiben, was in der Reportage leider, wie auch zu erwarten war, stetig und in übertriebenem Maße gemacht wird. Ich finde die Struktur der Reportage ist in Richtung bashing „manipuliert“, denn hier wird mal eine Suchergebnismanipulation angesprochen und dann schiebt man mal schnell kurz etwas zu Datensammlerei von Google Maps hinterher, damit alles viel dunkler, düsterer, gefährlicher und krasser wirkt. Das hätte man besser strukturieren sollen, zum Beispiel erst alles zur Suche bringen sollen und dann die Datensammlerei über den Nutzer thematisieren.

Zudem wird hier zwischen der Suche und der Werbung nicht konkret genug differenziert, denn die eigentlichen Suchergebnisse und die Werbeanzeigen sind ja unterschiedliche Sachen. Letztere kann man übrigens deutlich durch den „Anzeige“-Indikator erkennen kann, aber nein das übersieht man natürlich. Na gut eine Suchergebnis-Seite beinhaltet ja nun auch Werbung, aber so richtig gut gefällt es mir nicht, wie sie das behandelt haben. Ach ja, von der Suche wird auch mal schnell zu Android gewechselt, da man mit 90% Marktanteil einen weiteren dramatischen Eindruck hinterlassen kann. Und dann geht es mit YouTube weiter. Hallo? Struktur? (Das geht so die ganze Zeit und irgendwann ging es auch wieder zur Suche zurück.)

Die verschiedenen interviewten Leute sind schlecht gewählt. Alle Pro-Google-Sprecher sind Google-Mitarbeiter, alle Contra-Google-Sprecher hauptsächlich Internetunternehmer, Datenschützer und Juristen. Man hätte aus der Bevölkerung mehrere Leute befragen sollen, auch solche, die Google toll finden und begeistert sind, denn es wird auch kein einziges mal angesprochen, dass Google für den Nutzer nützlich ist. Stattdessen werden nur Google-Arbeiter als Pro-Sprecher verwendet, die sich natürlich logischerweise lobpreisen. So schafft es die ARD Pro-Google-Gedanken ins Lächerliche zu ziehen.

Die Google Suche besteht aber nicht nur aus jenen die gefunden werden wollen, sondern auch den Nutzern, die nützliche Informationen finden wollen. Die Nutzer werden in der Reportage aber als eine pauschalisierte Masse dargestellt, die ahnungsloses Opfer von Googles Suche ist. Absolut lächerlich finde ich!

Zu der eigentlichen Suchergebnis-Sortierung wird auch nicht viel gesagt. Es gibt umfassende SEO-Richtlinien und -Tipps von Google um im Google-Index aufzusteigen. Gut ich muss zugeben man kommt damit nicht so weit hoch wie die nützlichen Google-eigenen Widgets, aber trotzdem kann man in der Liste der Suchergebnisse aufsteigen. An diese SEO-Richtlinien sollte sich gehalten werden, die Webseiten müssen klar strukturiert werden (HTML). Die Internetunternehmer können nicht mit gutem Glauben hoffen, Google erkennt ihre Webseite als gut, dafür gibt es ja SEO. Gut ich weiß nicht genau, was jene Internetunternehmer SEO-technisch realisiert haben, denn das wird leider nicht angesprochen.

Zur oft angesprochene Datensammlerei, die an vielen Stellen unpassend und lediglich negativ verstärkend eingesetzt wird, kann man auch nur meckern. Das heißt nicht ich möchte jene gutheißen, nur sie wird absolut unpassend eingebracht. Beispiel: An der einen Stelle wird von Suchergebnissen bei Schuhen gesprochen und wenig später geht es um die von Google Maps gespeicherten Standorte. Klingt zunächst vielleicht schlimm, doch es werden vollkommen unterschiedliche Tatsache so miteinander verknüpft, damit es spektakulär skandalös klingt, jedoch nicht wahrheitsgemäß ist.

Ich möchte hier jetzt nicht Googles Datensammel-Praktiken erläutern, doch man hat hier und da durchaus Optionen um jene zu steuern. In der Reportage wird das natürlich nicht erwähnt.

Die Reportage ist für mich, nachdem ich das genauer durchdacht habe, totaler Humbug. Eine Thematik, die man durchaus genauer betrachten sollte, wird durch unpassende aneinander gereihte Fakten und häufigen unpassenden Themenwechsel total schlecht behandelt. Es wird ein extrem übermäßiger negativer Eindruck von Google suggeriert, in dem ständig das Thema gewechselt wird.

Man redet hier von Manipulation der Suchergebnisse und manipuliert gleichzeitig die Meinung der Zuschauer. Wenn man schon so anfängt, kann das doch nichts werden. Jetzt wendet sich die eine Seite von der ARD ab und die andere glaubt dem ARD-Stuss, toll gemacht ARD! Man hätte eine objektive und gute Reportage erstellen können, doch irgendwas ist gehörig schief gegangen. So bitte nicht.

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 22 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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2 Antworten

  1. Deine Mudder sagt:

    Und das was du hier schreibst vertritt auch nicht nur eine Meinung und ist nicht auch genau so einseitig wie die Dokumentation von ARD…
    Doppermoral hoch 10!

    • phip1611 sagt:

      Hey,
      Habe den Beitrag nochmal durchgelesen und kann nicht nachvollziehen was du meinst. Habe mich kritisch mit dem Interview auseinandergesetzt und Punkte aufgezählt, die unpassend waren und hätten verbessert werden können.

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