Meine Daten im Social Web

Wer im Social Web unterwegs ist, teilt einiges an Daten mit der Außenwelt. Darüber sollte man sich stets im Klaren sein und sich damit auch mal genauer befassen. Ich nehme das zum Beispiel sehr genau und passe genau auf, was an die Öffentlichkeit gelangt beziehungsweise gelangen darf. Die Thematik betrifft jeden beim Posten auf Facebook, Twitter, Google+, im eigenen Blog und so weiter. Zum Einstieg zwei passende Zitate:

„[…], dass jedes von euch geschriebene Wort nicht mehr aus dem Web entfernt werden kann. Ihr müsst also überlegen, wie viel ihr von euch preisgeben wollt.“

t3n.de: Besser Bloggen: 11 Tipps für Anfänger und fortgeschrittene Blogger

„Im Internet schreibt man nicht mit Bleistift, sondern mit Tinte.“

– The Social Network (Film)

Mir ist Datenschutz sehr wichtig. Für mich teilt sich dieser grundsätzlich in zwei Bereiche ein: Teilen meiner Daten um Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können und private, in sozialer Funktion geteilte Daten. Zu ersterem zähle ich Internetunternehmen, bei denen ich mit meinen Daten angemeldet bin (und einen Account habe), um Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, oder allgemeiner gesagt eine nützliche Gegenleistung zu erhalten. In diese Kategorie zähle ich meine Accounts bei Google, Facebook, Amazon, PayPal und so weiter. Diese Grund-Daten, die mir die Dienstleistung ermöglichen, sind in der Hand des jeweiligen Unternehmens und nicht, so wie meine Facebook-Posts, für andere Personen zugänglich. Dadurch handhabe ich diese Art von Daten ganz anders und etwas lockerer, als meine privat geteilten Daten, zu denen ich alle meine Aktivitäten im Sozialen Web zähle. Das sind meine Facebook-Posts, Blog-Beiträge (mittlerweile schon zehntausende Wörter insgesamt), Kommentare und alles sonstige, was für andere Menschen sichtbar ist und mit mir in Verbindung gebracht werden kann.

Ich sehe es grundsätzlich sehr kritisch was andere über mich einfach im Web lesen können und achte daher sehr genau darauf, was ich preisgebe. Seit Anfang-Mitte 2013 mache ich mir darum genauer Gedanken und folge seit dem einem klaren Leitfaden: Vorher stets genau darüber nachdenken und notfalls so schnell wie möglich die Inhalte entfernen.

Alles was im Blog steht, habe ich mir zuvor gut und gründlich überlegt. Das entspricht übrigens alles der Wahrheit und ich verstelle mich hier nicht: Ja richtig, ich bin der super liebe Junge und Traumschwiegersohn, mit einer Leidenschaft für Web und Technik. 😉
Wer einmal Mist postet und andere Menschen das sehen, für den kann das unschöne Konsequenzen haben. Ob es der Arbeitgeber ist, Freunde, Familie oder Fremde, die eure geschriebenen Inhalte lesen, es schadet nicht einen guten Eindruck zu hinterlassen beziehungsweise zumindest keinen schlechten.

Ich habe zum Beispiel damals Ende 2010 bei Facebook angefangen und war sehr aktiv in der Zeit von Anfang 2011 bis Ende 2012. (Ach das waren damals richtig schöne Zeiten auf Facebook. 2011 war besonders toll, denn da war es noch etwas neues und besonderes!) In Facebook werden Inhalte standardmäßig mit den „Freunden“ geteilt. Wer aber zwei Jahre später neue Freunde hat, die können das dann auch sehen, wenn sie eure Chronik auf Facebook besuchen. Gerade auf Facebook sind die Daten meiner Meinung nach besonders brisant, da sie hier meist noch privater und nur für das aktuelle Umfeld an Freunden gedacht sind.

Vielleicht klingt es paranoid, aber ich habe in stundenlangen(!) Aktionen mit dem Facebook Aktivitätenprotokoll sämtliche Facebook-Daten von mir die ich finden konnte gelöscht. Kommentare, Statusupdates, Pinnwandeinträge und so weiter. Dabei habe ich übrigens gemerkt: Mensch habe ich einen Unfug damals gepostet, besonders 2011! xD

Das war aber auch insofern eine coole und tolle Erfahrung das alles durchzugehen, da ich meine ganzen letzten Jahre nochmal im Schnelldurchlauf durchlebt habe, da ich damals auf Facebook ja wirklich sehr aktiv unterwegs war. Ich habe vor den ganzen Löschaktionen mit der Export-Funktion die Daten auf dem Computer gesichert, um sie auch weiterhin zu haben. Es fühlte und fühlt sich trotzdem gut an, sie von Facebook entfernt zu haben. Sonst hat man, oder zumindest ich, immer das schlechte Gefühl, dass man mal irgendwann in einem schwachen Moment irgendeinen Unfug gepostet hat und das andere Personen diesen dann falsch verstehen könnten.

Seit den Löschaktionen (hauptsächlich Anfang 2013) bin ich da auch viel vorsichtiger geworden und habe mir da meine Leitlinien für meine Daten im Web zurecht gelegt. Ich bin ein sehr organisierter Mensch und möchte da Klarheit, Struktur und weitestgehend Transparenz in der ganzen Sache drin haben.

In der Jugend hat man bestimmt mal irgendwelchen Unfug gepostet, es fühlt sich gut an das nun los zu sein und dass es niemand mehr lesen kann. Das Facebook-Aktivitätenprotokoll ist übrigens sehr anstrengend zu bedienen, wenn es hunderte oder sogar tausende Einträge anzuzeigen hat und man diese löschen möchte. Es gibt leider keine Facebook-Funktion und auch keine App um alle Daten zu löschen. Konto löschen und neu erstellen wollte ich auch nicht. Ich habe es aber nun hinter mir und das freut mich.

Wer im Internet aktiv ist sollte sich da genaue Gedanken machen was er schreibt und wie er es schreibt. Wer sich dabei nicht mal verstellen muss, so wie ich in meinem Blog, na dann umso besser. Wer von euch auch mal die Challenge annehmen möchte alle alten Facebook-Aktivitäten zu löschen, dem wünsche ich viel Geduld und Erfolg. Das gilt natürlich auch für andere Plattformen.

Und um nochmal auf das vom Anfang zurückzukommen: Ich sehe es wesentlich kritischer, wenn meine persönlichen Daten Fremden einfach zugänglich sind, als wenn sie Facebook (oder für mich vor allem auch Google) im Sinne des Anbietens der Dienstleistungen in seinen Datenbanken speichert. Wie ihr das handhabt solltet ihr auch mal genaustens überlegen, denn in Zukunft werden Daten immer interessanter, wichtiger und möglicherweise auch kritischer. Wer allen Mist so gut es geht entfernt und sich anständig und seriös, am besten dazu noch ehrlich, gibt, dem stehen in der vernetzten Welt auch zukünftig alle Türen offen (oder zumindest die meisten).

PS: Das soll jetzt nicht heißen, dass ich in drei Jahren alle alten Blog-Posts löschen werde. Was zählt ist, dass ich weiß, dass ich da bereits meiner eigenen klar strukturierten Datenschutz-Richtlinie gefolgt bin.

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 22 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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