Wie Deutschland Google (und sich selbst) kaputt reguliert

In den letzten Wochen wurde vor allem auf Spiegel-Online mächtig gegen Google-Gebasht. Das alles ist meiner Meinung nach die Schuld der Europäischen und vor allem der Deutschen Politik. Hier die offiziellen Kritikpunkte:

  • […]Politiker, Unternehmer und Datenschützer greifen den Konzern gefühlt im Wochentakt an, mit Zeitungskommentaren, Beschwerden, Kampagnen[…]“
  • Europäischer Gerichtshof mit dem Urteil: Recht auf Vergessen (Okay, hier wird es durchaus (wenige) gerechtfertigte Fälle geben, aber selbes Prinzip)
  • Verlagsbranche will in den Suchergebnissen und Anzeigen prominenter angezeigt werden
  • Axel-Springer Chef hat „Angst“ vor Google durch die (angebliche) Benachteiligung (siehe Punkt oben..) […]Eigene Produkte weise Google bei der Onlinesuche besser aus als die der Konkurrenz, der Nutzer werde nicht deutlich darauf hingewiesen, dass es sich bei den Suchergebnissen um Selbstwerbung handele.[…]
  • Telekom aus den gleichen Gründen wie oben
  • Wettbewerbshüter wegen Anzeige der Werbung und Suchergebnisse
  • Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat Kartell-Verfahren gegen Google in Erwägung gezogen

Quelle: „Konzern in der Kritik: Das sind Googles Gegner in Europa“ – Spiegel-Online

Soweit ich das überflogen habe, konnte ich das als die Haupt-Standpunkte der verschiedenen Institutionen herausfinden. Gehen wir die Sache mal Strukturiert an:

Was macht Google

Google stellt die Informationen des Netzes den Nutzern in einer Art und Weise zur Verfügung, damit der jeweilige Nutzer die bestmögliche Erfahrung bekommt. Das da zwangsläufig manche Unternehmen/Mitbewerber/… ausgeblendet beziehungsweise benachteiligt werden ist da natürlich nicht ausgeschlossen. Ich hab mich bis jetzt auch noch nie an den Suchergebnissen gestört, denn ich habe immer alles gefunden was ich gesucht habe (insgesamt 24922 Suchanfragen laut Google Web-Protokoll). Ich kann mir keine objektive Meinung darüber bilden in wie weit Google bei den Suchergebnissen jemanden benachteiligt, ich kann nur sagen, dass ich immer stets finde was ich suche ohne groß umher scrollen zu müssen. Ich will aber jetzt mal was ganz anderes herauskristallisieren und die knallharten Fakten auf den Tisch legen. 😉

Regulierungswahn

Für mich sieht das alles nach einem maßlosen, übertriebenen und vor allem unnötigen Regulierungswahn aus, der das Europäische (Deutsche) Netz unterdrückt. Dieser schon immer vorhandene Regulierungswahn wird denke ich ebenso einen Anteil daran haben, dass eben alle bedeutenden Web-Firmen aus den USA kommen und keine einzige aus Europa geschweige denn Deutschland. Und hier wird dann versucht auch noch Google kaputt zu regulieren, so dass am Ende weder Google, noch die Firmen und vor allem nicht die Nutzer zufrieden gestellt sein werden. Man wird eine Menge Wind um Nichts machen, am Ende profitiert keiner davon. Ich glaube auch, dass die Verlage, Wettbewerbshüter, Axel Springer und so weiter selbst wenn Google sich anpassen will nicht den Punkt finden, an dem der Ausgleich gefunden wurde, sondern sogar bevorteilt werden wollen, auch wenn sie das nicht direkt behaupten. Und dann werden sich andere im Nachteil und Unrecht sehen und wollen Klagen, Google regulieren und ein Prozess der Kaputt-Regulierung ist gestartet! So weit ich die Sache überblicken kann wird alles darauf hinauslaufen und die Politik denkt sie ist auf dem richtigen Weg.

Mein Vorschlag

Die Netzpolitik muss liberaler werden und Google darf nicht kaputt reguliert werden. Stattdessen sollten die Möglichkeiten für Internet-Start-Ups in Europa gegeben werden, damit solide Alternativen entstehen können. Wer kein Google nutzen möchte, der nutzt dann diese Alternativen. Das hat jede Menge Vorteile:

  • Das schier unendliche, unerträgliche und nervende Google-Bashing hört auf
  • Der Regulierungswahn der ALLEN schaden wird, wird beendet
  • Solide Alternativen für die Kritiker und Zweifler → mehr Wettbewerb → Google muss seine Dienste verbessern (auch in datenschutzrechtlicher Hinsicht)

→ Google passt sich selber an und bekommt nicht von Staaten vorgeschrieben, wie die Algorithmen zu funktionieren haben
alle profitieren

Fazit

Soweit ich das beobachtet habe und beurteilen kann, endet der aktuell in Gang gesetzte Prozess des Regulierungswahnes in einer Abwärtsspirale, durch die alle Beteiligten verlieren und noch unglücklicher werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass mit dem Stoppen dieses Prozesses und der Liberalisierung der Netz-Politik sowie der aktiven Förderung von Start-Ups oder generell Internet-Unternehmen das Netz für alle, Google und vor allem die Nutzer besser werden kann. Zwangsregulierungen müssen abgeschafft werden, diese wirken wie wir deutlich sehen können als Innovationsbremsen (→ Alle erfolgreichen Internet-Unternehmen kommen aus den USA.)

Zum Schluss noch ein interessanter Artikel auf Spiegel-Online von Thomas Schulz, der mir wieder Hoffnung in Spiegel-Onlines Netzwelt-Bereich gegeben hat: Suchmaschinen-Macht: Schluss mit dem Google-Bashing – Spiegel-Online

Philipp Schuster

Ich bin Philipp, studiere Informatik an der TU Dresden und arbeite als Werkstudent im Bereich Software-Entwicklung bei T-Systems MMS. Ich bin 22 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit gerne mit meinem Blog, Programierung, Technik, aber auch mit Joggen und vielen anderen Dingen. Get To Know Me oder schreibt mich an!

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